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[ << | Inhalt | >> ]Ausgabe #199 vom 29.05.2000
Rubrik Feature

Es war einmal... ein Jahrhundert, Teil 6: Plattentipps zu den 90ern

Weder chronologisch, noch alphabetisch und überhaupt wird da einiges ausgelassen, nämlich im Wesentlichen die bekannteren Sachen, von denen nur die allerwichtigsten erwähnt werden. Tatsache jedenfalls ist, dass ich nach vier A4-Seiten einfach aufgehört habe, weiter zu machen. Nun, das Ergebnis, stark komprimiert:

  • Penelope Houston "The Whole World" (Normal, 1993): Das ist jenes Album mit "Glad I'm A Girl", aber auch den Rest sollte man kennen.
  • The Saw Doctors "Same Oul' Town" (Shamtown, 1996): Ziemlich viel unplatter Irish-Rock. Straight. Einfach wunderbar.
  • Mike Scott "Bring 'Em All In" (Chrysalis, 1995): Ex-Waterboys in Hochform. Volle Lautstärke wird empfohlen.
  • Throwing Muses "University" (CAD, 1995): Kirstin Hersh bevor sie zur Solo-Künstlerin avancierte. Sperrig. Öffnet sich erst so nach und nach, aber dann ist das Vergnügen dafür umso größer.
  • Victoria Williams "Loose" (Mammoth, 1994): Sie hat nicht nur einen guten Ruf, sie verdient ihn sich auch. Nicht nur mit dieser Platte. Schönes Cover obendrein.
  • Various "The Real Music Box/25 Years of Rounder Records" (Rounder, 1995): Ein Jubiläum und wir durften mitstaunen, was da alles im Rounder-Köcher ist! Vier Doppel-CDs mit vier Themen: Bluegrass, Blues, Folk, Louisiana-Music. Als Bonus eine Mix-CD. Wunderbare Photos. Die Highlights wollen und wollen bei dieser Compilation-Box einfach kein Ende finden. Bösartige Zungen behaupten, weil darauf nix aus den 90ern ist...
  • Various "Honor: A Benefit For The Honor Of The Earth Campaign" (Daemon, 1996): Exene Cervenkas schreierfülltes "The Future Is A War" ist nur ein Höhepunkt unter vielen. Der vermutlich beste Bruce Cockburn-Song ("Wise User") ist auch drauf.
  • Moxy Früvous "Bargainville" (Atlantic, 1993) und "B" (Warner, 1996): Moxy, wie, wer, was? Eine kanadische Gruppe mit Harmoniegesang und ziemlich vielen Stilbrüchen aller Art. Live schlichtweg grandios. Harmoniegesang, Rap, Alternativ-Rock. Also von Beach Boys bis Beastie Boys und retour zu Nirvana. Alles in ihrer eigenen urtümlichen Art. Violent Femmes lassen grüßen.
  • Zita Swoon "I Paint Pictures On A Wedding Dress" (Warner): Verrückt und unberechenbar wie die 90er. Da ist ziemlich viel drinnen.
  • Sophie Zelmani "Sophie Zelmani" (Sony, 1995): Das Debüt war quasi makellos. Zwar nicht sehr kantig, dafür aber einfach schöne Folk-Music.
  • Ana Egge "River Under The Road" (Lazy S.O.B., 1997): Ebenfalls ein Debüt. Die Texanerin macht so richtig texanische Musik mit echt texanischer Gitarre und urtexanischem Gesang. Unwiderstehlich. Quasi ein Naturereignis.
  • Various "Songs Of The Civil War" (Sony, 1991): Darauf befinden sich Lieder aus dem Sezessionskrieg, neu eingespielt von u.a. Kate & Anna McGarrigle, deren Version von "Hard Times" zweifellos zu den besten gehört. Schon alleine deswegen Pflicht.
  • Eddi Bo "Shoot From The Root" (Soulciety, 1996): SwampFunk, oder so ähnlich. Jedenfalls ziemlich groovy. Macht verdammt viel Spaß.
  • The Burns Sisters "Songs Of The Heart" (BMI, 1992): Vier Schwestern zwischen Folk, Country und irischen Elementen. Sehr sympathisch. "Dance Upon The Earth" eine echte Herzeigenummer.
  • Betty Elders "Crayons" (Flying Fish, 1995): "Crack In The Mirror" alleine ist schon ziemlich viel (Geld) wert. Die Sängerin tourte mit Joan Baez und ist trotzdem gut.
  • Galaxie 500 "Copenhagen" (Rykodisc, 1997): Atmosphärisch dicht, viel Gitarrenlärm. War dem (Nach)hören nach ein gutes Konzert.
  • Lisa Mednick "Artifacts Of Love" (Blue Rose, 1996): Eine Sängerin und Songwriterin, die mehr Aufmerksamkeit verdiente, als ihr zuteil wird. Aber so waren eben die 90er.
  • Beth Orton "Trailer Park" (Heavenly, 1996): Siehe Lisa Mednick. Wobei Orton sich erst nach mehrmaligem Hören entfaltet und mit der Zeit gewinnt/reift. Eine Platte für einen ganzen Tag.
  • Small Potatoes "Time Flies" (Folk Era, 1995): Das Duo Jacquie Manning und Rick Prezioso, also, wer sie kennt, aber das, leider, werden vermutlich nicht allzu viele sein. "Big Ol' Prairie Moon" ist eigentlich ein Song, der zeitlos genannt werden kann. Das schärfste American Yodeling in den 90ern. Dazu die Melodie, der Gesang, das Gitarrenspiel... Genug des Lobes. Anhören. Country & Folk kann wirklich gut sein.
  • Lesley Schatz "Banjo Pickin' Girl" (Bear Family, 1993): Eine Schatztruhe voll Erinnerungen an diese alten Songs, die bekannt waren, als es noch kein Grammophon, geschweige denn einen CD-Player, gab.
  • Setona "Tariq Sudan" (BMG, 1997): Der Titel sagt schon viel und lässt es ahnen. Hier handelt es sich um so-called World-Music. Aber mal ehrlich: World-Music, das ist doch ein dämlicher Begriff.
  • Willie Schwarz "Live For The Moment" (Clearspot, 1999): Siehe Setona. Des Sängers Vielfalt ist die Grandiosität der Welt.
  • The Klezmatics "Rhythm + Jews" (Piranha, 1990): Knitting Factory meets The Stetl. Heraus konnte eigentlich nur Wunderbares kommen, was auch der Fall war.
  • Sinead Lohan "Who Do You Think I Am" (Grapevine, 1995): Ein irisches Debüt, das eigentlich so gar nicht nach Irland klingt, dafür ziemlich unverschämt zwischen leisen Alternativ-Rock-Klängen und lauten Rickie Lee Jones-Elementen herumschwirrt.
  • Tim O'Brien "Red On Blonde" (SugarHill, 1996): Ein Bluegrass-Album vollgepackt mit Bob Dylan-Songs.
  • Gary Floyd Band "World Of Trouble" (Glitterhouse, 1995): On the 8th day Lord created the voice... Eines der besten Blues-Alben!
  • Richard Thompson & Danny Thompson "Industry" (Rykodisc, 1997): Die zwei sind nicht verwandt, bitteschön, damit das ein für allemal klar ist! Das Album selbst bereitet thematisch die industrielle Revolution auf. Ein herrlicher Protest-Song ("Sweetheart's On The Barricade") neben vielen jazzbeeinflussten Folk-Songs, oder umgekehrt, wie man's grad hört.
  • Wagon "Anniversary" (Glitterhouse, 1997): Landmusik aus den Staaten, wie sie besser nicht passieren konnte. Feinfühlig, intim, melodiös und gute bis seltsame Texte.
  • Kate & Anna McGarrigle "Matapedia" (Rykodisc, 1996): Besser kein Kommentar, sonst komme ich wieder zu sehr ins Schwärmen.
  • Maria McKee "You Gotta Sin To Get Saved (Geffen, 1993): Die weibliche Version von Van Morrison. Nur halt jünger.
  • Van Morrison "Hymns To The Silence" (1991), "Enlightenment" (1990), "The Healing Game" (1997), "Philosopher's Stone" (1998, alle Polydor): Klar, der musste ja jetzt kommen. Die sind quasi das Pflichtprogramm in Sachen VM-Musik der 90er. Der Rest kann dafür verschwiegen werden.
  • Nine Inch Nails "The Fragile Nothing Halo Fourteen" (Interscope, 1999): Ziemlich einflussreich, diese Band. Im Gegensatz zu
  • Loudon Wainwright III "Social Studies" (Rykodisc, 1999): den, nämlich, kennen noch immer viel zu wenige.
  • Elvis Costello & The Brodsky Quartet "The Juliet Letters" (Warner, 1992): Wäre nicht Costellos (Sprech)-Gesang, würden die Briefe in der Klassik-Abteilung verkauft werden, aber so ist's halt doch "Rock". Crazy.
  • Neil Young & Crazy Horse "Sleeps With Angels" (Reprise, 1994): Eines der vielen vielen sehr sehr guten Young-Alben. "Change Your Mind" alleine ist es schon wert oder "Western Hero" oder "A Dream That Can Last". Hat mehr Gutes auf einer Platte als so manche im ganzen Leben.
  • Bob Dylan "World Gone Wrong" (Sony, 1993) und "Time Out Of Mind" (Sony, 1997): Wie man sich auch dreht und windet - da ist "er" und dann lange, sehr lange, nix.
  • Rio Reiser "Himmel & Hölle" (Sony, 1995): Was Dylan für die Welt, war Reiser für deutschsprachige Musik. Himmel & Hölle sein Vermächtnis zu Lebzeiten. Gleichzeitig auch wirklich sein Höhepunkt an künstlerischer Kreativität und Vielfalt.

Das war's noch lange nicht – es fehlen z.B. Lambchop ("Thriller", "Nixon"), Eels ("Beautiful Freak"), Neville Brothers ("Brother's Keeper"), Jeff Buckley ("Sketches For My Sweetheart The Drunk"), Calexico ("Spoke"), Freakwater ("Old Paint"), Michelle Shocked ("Kind Hearted Woman"), Beausoleil ("Cajun Conja"), Warren Zevon ("Life'll Kill Ya"), Billy Bragg & Wilco ("Mermaid Avenue"), Wilco ("A.M.", "Being There"), Emmylou Harris ("Wrecking Ball"), Townes Van Zandt ("Highway Kind"), The Walkabouts ("Satisfied Mind", "Trail Of Stars"), Frank Zappa ("You Can't Do That On Stage Anymore, Vol. 1-6"), John Hiatt ("Walk On", "Little Head"), Robyn Hitchcock ("The Kershaw Sessions"), Ramblin' Jack Elliott ("Friends Of Mine"), Willy DeVille ("Loup Garou"), David Byrne ("David Byrne", "Feelings"), Blur ("13"), Morphine ("Like Swimming"), Randy Newman ("Bad Love"), Gillian Welch ("Revival", "Hell Among The Yearlings"), Nirvana ("Nevermind"), Liz Phair ("Whitechocolatespaceegg"), Steve Seskin ("To Be Who I Am"), Soraya ("On Nights Like This"), Dar Williams ("End Of The Summer"), "Ben & Jerry's Newport Folk Festival '88 Live" (Vol. 1 + 2), Lucinda Williams ("Sweet Old World"), The Flaming Lips ("The Soft Bulletin"), "Red Hot AIDS Awareness Charity" (CD-Serie)...

Nun spart mal schön und viel Spass beim Hören!

P.S.: Love & peace. Ihr wisst, wer ihr seid. [mh]


URL: http://schallplattenmann.de/a105139


(cc) 1996-2016 Einige Rechte vorbehalten. Dieses Werk ist unter einem Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung Lizenzvertrag lizenziert. Um die Lizenz anzusehen, gehen Sie bitte zu http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de/.

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