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[ << | Inhalt | >> ]Ausgabe #287 vom 25.03.2002
Rubrik Feature

Sal's Prog Corner #18

Die Szene boomt, vor allem leider quantitativ. So ist es bestimmt begrüßenswert, dass immer mehr Bands eine Chance bekommen, ihre Alben einer breiten Hörerschaft vorzustellen, doch die Qualität bleibt leider zunehmend auf der Strecke. Gute Alben sind im Prog, genauso wie in allen anderen Genres, eher selten. In der heutigen Prog Corner präsentiere ich drei löbliche Ausnahmen unter den aktuellen Neuerscheinungen. [sal]


Verweise auf diesen Artikel aus späteren Ausgaben:


Kaipa "Notes From The Past"

Schwedische Kultformation: Auferstanden aus Ruinen...
(CD; InsideOut)

Es ist ja nicht so, als ob Roine Stolt, seines Zeichen Kopf der schwedischen Prog-Lieblinge The Flower Kings und nebenberuflich Gitarrero bei der All-Star-Formation Transatlantic zu wenig Arbeit hätte. Dennoch hat er es sich nicht nehmen lassen, zusammen mit einem seiner ersten musikalischen Weggefährten, Hans Lundin (keyb), die schwedische Kult-Formation Kaipa wiederzubeleben. Kaipa war in den 70er Jahren das Aushängeschild der skandinavischen Szene, ihre schwedisch gesungenen Alben waren auch diesseits des Öresunds in Fachkreisen hochgeschätzt.
Umso erfreulicher, dass ihnen mit "Notes From The Past" ein rundum gelungenes Comeback geglückt ist. Zwar singt man jetzt doch englisch und von der Urbesetzung sind eben nur Lundin und Stolt geblieben, doch das Album knüpft dennoch genau dort an, wo man seinerzeit aufgehört hatte. Die Kompositionen sind etwas weniger komplex als bei den manchmal kopflastigen Flower Kings, dafür fast noch symphonischer. Gerade die Neumitglieder können der Band interessante Impulse verleihen: Patrik Lundström an den Vocals ist geradezu hinreißend, die Rhythmus-Sektion Reingold (b, The Flower Kings) und Ågren (dr, MatsMorgan) spektakulär. All jene, die Transatlantic und The Flower Kings schätzen, sollten sich diese Scheibe unbedingt zulegen. In dieser Form ist Kaipa hoffentlich mehr als ein einmaliges Studio-Projekt. [sal: @@@@]


Verweise auf diesen Artikel aus späteren Ausgaben:


RPWL "Trying To Kiss The Sun"

Die deutschen Pink Floyd mausern sich
(CD; Tempus Fugit)

Nach einigen internen Umbesetzungen präsentieren sich die "deutschen Pink Floyd" musikalisch und personell erneuert und modernisiert. War ihr Debüt "God Has Failed" noch hauptsächlich vom Sound der großen Vorbilder geprägt, spielen die Münchener auf ihrem zweiten Album eine deutlich modernere, abwechslungsreichere Mixtur von Stilelementen. Unverkennbar ist der Einfluss von Bands wie Porcupine Tree, Marillion und manchmal sogar einem Hauch Beatles. Insgesamt ist ihr Sound rockiger geworden, moderner, ohne dass alte Fans nun fürchten müssten, RPWL hätten eine Kehrtwendung vollzogen.
"Trying To Kiss The Sun" präsentiert sich musikalisch ausgewogener als der Vorgänger; eine ganze Reihe von Songs hätten das Zeug, ihren Weg ins Radio zu machen. Der Band ist es gelungen, eine Reihe von schönen Melodien zu komponieren und diese zu einem harmonischen, aber dennoch vielschichtigem Album auszuarbeiten. Wenn es eine Band aus der deutschen Szene gibt, die an der Schwelle zum internationalen Durchbruch steht, dann sind es RPWL. [sal: @@@@]


Verweise auf diesen Artikel aus späteren Ausgaben:


Poor Genetic Material "Leap Into Fall"

Vom Geheimtipp zum Klassealbum – so leicht geht das...
(CD; Quixote)

Schon vor Jahresfrist konnte ich mich beim Vorgänger "Summerland" an der Individualität und am Enthusiasmus der Band, v.a. aber an wundervoller Musik erfreuen; doch was Poor Genetic Material auf ihrem neuen Album "Leap Into Fall" vollbracht haben, beeindruckt mich nun über alle Maßen. Die mittlerweile zum Quintett angewachsene südwestdeutsche Formation (sehr stark der "Neue": Dennis Sturm am Bass) knallt dem abgebrühten Rezensenten ein so gutes Album hin, dass einem fast die Spucke wegbleibt.
Um es kurz zusammenzufassen: Alles ist besser: Die Produktion, der Sound, die Spielfreude der Band, die Songs sowieso, Phil Griffiths an den Vocals (eigentlich Alias Eye-Frontmann), ebenso wie Philipp Jaehne an den Keyboards. Was aber am meisten verwundert: Das Album rockt! Stefan Glomb an der Gitarre ist nunmehr nicht nur zuständig für sphärische Gitarrensounds, sondern haut ordentlich in die Saiten und gibt der Band mit seinen Riffs einen ganz neuen Charakter. Geblieben ist diese unerhörte Leichtigkeit, mit der PGM komplexe musikalische Inhalte vermitteln können, geblieben ist auch ihre völlige Eigenständigkeit – endlich mal eine Band, die man nicht so ohne weiteres mit dieser oder jener anderen Band vergleichen kann.
Auf ihrem vierten Album sind Poor Genetic Material dort angekommen, wo sie vielleicht niemand bei ihrem Debüt vermutet hätte: im Rock des 21. Jahrhunderts – geschichtsbewusst, aber nicht konservativ; innovativ und nicht imitierend; evolutionär und nicht blindwütig vorwärtsschreitend. Wenn es intelligente Rockmusik aus Deutschland gibt, dann klingt sie wahrscheinlich wie Poor Genetic Material. [sal: @@@@@]


Verweise auf diesen Artikel aus späteren Ausgaben:


@@@@@ - potentieller Meilenstein: Starlight
@@@@ - definitives Highlight: Highlight
@@@ - erfreuliche Delikatesse: Delight
@@ - solides Handwerk: Solidlight
@ - verzichtbarer Ausschuss: Nolight


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