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[ << | Inhalt | >> ]Ausgabe #450 vom 22.08.2005
Rubrik Kolumne

Sal's Prog Corner #47

Derweil die einen von uns noch behaglich in südlicher Sonne braten, haben andere ihren Sommerurlaub schon längst wieder vergessen, verdrängt oder mühselig verarbeitet; wieder andere sind noch gar nicht weggekommen. In diesem Sommer 2005 zwischen Wahlkampfgeplänkel, Weltjugendtagseuphorie und dem (wie üblich) mäßigen Wetter präsentiert die Prog Corner in ihrer 47. Auflage viele kurze, sommerlich leichte Reviews: Viel Spaß beim Lesen & keep on proggin'. [sal]


Verweise auf diesen Artikel aus späteren Ausgaben:


Barclay James Harvest "Live"

Symphonischer Artrock – BJH live auf dem künstlerischem Höhepunkt (1974)
(CD; Eclectic)

Vor ihrem kommerziellen Fall Anfang der 1980er Jahre, der mit einigen hochnotpeinlichen Scheiben in Verbindung zu bringen ist, waren Barclay James Harvest eine durchaus respektierte Größe in der englischen Prog-Szene.
Das 1974 veröffentlichte, schlicht "Live" betitelte Album, fasst die wichtigsten Tracks der ersten fünf Alben in phantastischen Interpretationen zusammen. Zu hören ist epischer, symphonischer Artrock, irgendwo an der Schnittstelle zwischen Yes und den Moody Blues. Wenn ich ehrlich bin, braucht man vermutlich gar nicht mehr Alben von dieser Band; "Live" allerdings ist eines der besten Live-Alben des Genres überhaupt, dank dieser Wiederveröffentlichung auch in guter remasterter Klangqualität. [sal: @@@@@]


Verweise auf diesen Artikel aus späteren Ausgaben:


Radio Massacre International "Emissaries"

Space Music – Zwischen Pink Floyd und Tangerine Dream
(2CD; Cuneiform)

Wer so altmodisch wie ich ist und sich bisweilen die frühen Pink-Floyd- oder Tangerine-Dream-Alben freiwillig anhört, der sollte dem britischen Trio Radio Massacre International und ihrem jüngsten Werk "Emissaries" eine Chance geben.
Der Quasi-Soundtrack einer ziemlich wirren Comic-Geschichte, die als Datei auf der CD vorliegt, bietet ausufernde elektronische Klangcollagen. Sei es auf dem eigentlichen Album der ersten CD, sei es bei den Live-Improvisationen auf der zweiten CD: Es wabern analoge und digitale Sounds um die Wette. Das mag auf Dauer nicht gerade die abwechslungsreichste Musik sein, ist aber dennoch nicht so langweilig und langatmig wie die meisten anderen Electronica-Veröffentlichungen, die mir in den letzten Jahren untergekommen sind. [sal: @@@]


Steve Howe "Spectrum"

Instrumental – Und noch eine Soloalbum von Steve Howe
(CD; InsideOut)

Als Gitarrist von Yes ist Steve Howe eine eminent wichtige Persönlichkeit im Rock-Business. Sein stilbildendes Spiel hat viele Musiker der jüngeren Generation beeinflusst. Leider ist auf seinen Soloalben der letzten Jahre nichts von dieser innovativen Kraft zu spüren. Fast austauschbar klingen da die etwas langweiligen, kraftlosen und belanglosen Kompositionen. Von den versprochenen Ausflügen in andere musikalische Welten (etwa auf "Raga Of Our Times") bleibt bei näherer Betrachtung nicht viel Interessantes übrig. Das vermeintlich breite "Spectrum" des Albums bleibt flach und fad. Wie schon beim Vorgänger gilt hier: Eher was für unbeirrbare Yes-Fans. [sal: @]


Verweise auf diesen Artikel aus späteren Ausgaben:


Quidam "SuREvival"

Cover von http://www.quidam.pl/

New Artrock – Polens Aushängeschild mit personellem Neubeginn
(CD; Rock Serwis)

Quidam galten in Sachen Prog als das Aushängeschild Polens. Auf vielen internationalen Festivals erspielten sie sich eine Fangemeinde. Als die charismatische Sängerin Emila Derkowska die Formation verließ (und kurz darauf noch weitere Bandmitglieder) schien das Ende besiegelt. Der Überlebenswille der Rest-Band war wohl stärker und man fand neue Mitstreiter für eine Art Wiedergeburt mit dem vorliegenden Album; deswegen wohl auch der etwas alberne Titel "suREvival". Auch musikalisch hat man sich neu orientiert: Bestachen Quidam früher mit folkigen (Neo-)Prog, so weisen sie heute deutlich rockiger und moderner klingend in die Richtung Porcupine Tree oder Marillion à la "Marbles". Ob die alten Fans damit bei der Stange gehalten werden können, scheint mir zweifelhaft, Neueinsteiger könnten an diesem Album durchaus Gefallen finden. [sal: @@@]


Verweise auf diesen Artikel aus späteren Ausgaben:


Tomas Bodin "I Am"

Progressive Rock – Der Flower Kings Keyboarder macht alles anders
(CD; InsideOut)

Auf seinem vierten Soloalbum wollte Tomas Bodin, seines Zeichen Keyboarder der amtierenden schwedischen Progrock-Meister The Flower Kings, alles anders machen. Er wollte weg von der typischen Keyboarder-Soloalbum-Attitüde und zumindest das ist Bodin auf "I Am" zweifelsfrei gelungen.
Der erste Teil einer geplanten Trilogie ist ein episch angelegtes Konzeptalbum, in dem es (mal wieder) um den Sinn des Lebens geht. Musikalisch bietet Bodin eine in der Essenz bombastische Mischung aus Flower-Kings-Versatzstücken mit Pink-Floyd- und Deep-Purple-Elementen, samt (für meinen Geschmack viel zu) theatralischem Gesang und schwülstigen Texten.
Vielleicht werde ich zu alt für die Sinnsuche in der Rockmusik: Das andernorts hochgelobte Album bleibt meiner Meinung nach über weite Strecken langweilig mit einem Hang ins Peinliche. [sal: @@]


Verweise auf diesen Artikel aus späteren Ausgaben:


Pineapple Thief "10 Stories Down"

Postrock – Neue englische Wehleidigkeit
(CD; Cyclops)

Angekündigt als die Quintessenz der Schnittmenge aus Porcupine Tree, Radiohead und Coldplay, erweist sich das neue Album der britischen Formation Pineapple Thief "10 Stories Down" als eine der langweiligsten und nervtötendsten Veröffentlichungen der letzten Monate. Gefiel mir das etwas weltschmerzhaltige Vorgängeralbum "Variations On A Dream" (2003) noch ziemlich gut, so besticht der Nachfolger nur noch durch eine deutliche Verstärkung aller Elemente des Vorgängers plus einer gehörigen Portion anbiedernder Kommerzialität. Solche Musik hat man in den letzten Jahren wirklich x-mal besser gehört. [sal: @]


Verweise auf diesen Artikel aus späteren Ausgaben:


Glass Hammer "The Inconsolable Secret"

Progressive Rock – Fast wie ein verlorenes Yes-Album
(2CD; Arion)

[sal: @@@@]


Verweise auf diesen Artikel aus späteren Ausgaben:


Isildurs Bane "Songs From The Observatory"

Progressive Rock – Ungewohnt leichte Kost von Isildurs Bane
(EP; Ataraxia)

[sal: @@]


Van Der Graaf Generator "World Record / The Quiet Zone/The Pleasure Dome / Vital"

Progressive Rock – Die verkannten Genies remastered, dritter Teil (1976-1978)
(CD / 2CD; Virgin)

Mit der nun erschienenen, dritten Staffel der Remasters von Van Der Graaf Generator wird das Wiederveröffentlichungs-Projekt erfolgreich abgeschlossen. Die letzten zwei Studioalben "World Record" (1976) und v.a. "The Quiet Zone/The Pleasure Dome" (1977) präsentieren eine Band, die ihren Zenit überschritten hat und dennoch exquisite Alben produzierte. Mit ausführlichen Liner Notes und Bonus Tracks versehen, sind diese Alben dennoch nicht minder Collector's Items als die vorangegangenen Rereleases.
Eine besondere Erwähnung verdient das superb remasterte Live-Album "Vital" (1978). Es wurde zur Doppel-CD erweitert, so dass nun wieder alle Tracks der ursprünglichen Doppel-LP enthalten sind. Wer das Original noch als Vinyl oder in der ersten CD-Ausgabe kennt, wird sich über den Fortschritt in Sachen Sound sicher freuen: Das damals 'most extreme live album' von der 'most extreme live band in the world' ist in bestmöglicher Soundqualität noch einmal ein richtiges Highlight. [sal: @@@@@]


@@@@@ - potentieller Meilenstein: Starlight
@@@@ - definitives Highlight: Highlight
@@@ - erfreuliche Delikatesse: Delight
@@ - solides Handwerk: Solidlight
@ - verzichtbarer Ausschuss: Nolight


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