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[ Inhalt ]Ausgabe #326 vom ..
Rubrik Kolumne

Hard'n'Dark #7

In die Nachwehen der CD-armen Zeit schießen jetzt vorwiegend die "harten Jungs" ihre Rundlinge in die Umlaufbahn. Auch wenn keine der drei Bands extrem innovativ zu Werke geht, steht gutes Songwriting im Vordergrund.


Kamelot "Epica"

Melodischer Power-Metal mit erträglichem Kitschanteil
(CD; Sanctuary)

Horcht auf! Edle Recken sind ausgezogen, um den Gral des Bombast-Rock zu finden. Als sich Ronnie James Dio einst in die Welt der Drachen und Schwerter aufmachte, folgten ihm unzählige Freiwillige und quälen seitdem die Menschheit mit mehr oder minder lächerlichen Ergüssen.
Bei der US-Band Kamelot ist es spätestens seit ihrem letzten Album "Karma" kein Geheimnis mehr, dass sie zwar auch diesem Sound frönen, aber bei ihnen alles an der richtigen Stelle sitzt. Wo sonst häufig Tölpelhaftigkeit regiert und viele CDs einfach billig und abgeschmackt klingen, sind Kamelot so erhaben, dass selbst ein Klischee-Opener wie "Center Of The Universe" in kaum zu schlagendem Glanz erstrahlt. Es gibt wahrhaftig nicht viele Bands, die mit Speed-Drums und Keyboard-Fanfaren eine dermaßen geile Nummer hinbekommen. Frontmann Khan klingt mehr als einmal wie Geoff Tate von Queensrÿche und setzt mit seiner für Metal ungewöhnlichen Stimme interessante Kontrapunkte. Der Metal-Vierer schreitet durch die insgesamt 16 Songs und hat Balladen wie "On The Coldest Winter Night" genauso drauf wie die überraschenden Bandoneon-Klänge in "Lost & Damned".
Für Metal-Heads absolute Pflicht, aber auch für alle anderen dank der dargebotenen Qualität immer noch eine dicke Empfehlung. [dmm: @@@]


Sinner "There Will Be Execution"

Erdiger, klassischer Metal
(CD; Nuclear Blast)

"There Will Be Execution" ist ein echtes Geschenk für Old School Metal-Fans. Der alte Haudegen Mat Sinner und seine Mannen haben elf Songs eingedübelt, denen vor Kraft und Emotion die Knöpfe abspringen. Speziell in der Eröffnungsquadriga geben die Jungs ordentlich Nackengas. Dabei gelingt Sinner die perfekte Vermischung aus einem altmodischen Ansatz mit einer knallig neumodischen Produktion. Am Schluss gibt's dann auch noch die altbekannte, früher so obligate, Abschlussballade. Alles ist gut und der Nacken steif. [dmm: @@@]


Supared "Supared"

Rock – Ungewohnt Sperriges vom singenden ex-Kürbis
(CD; Sanctuary)

Supared passen eigentlich gar nicht richtig in die Kategorie Hard'n'Dark, aber da Sänger Michael Kiske früher bei Helloween war, sind sie in diese Rubrik mit reingerutscht. Nach seinen Soloausflügen firmiert er jetzt mit Supared als eigenständiger Band und tut hörbar alles, um nicht mit alten Maßstäben gemessen zu werden.
Supared machen zwar Rock, aber sind so weit von Speed-Metal entfernt wie Dieter Bohlen von Niveau. Die Produktion wurde schwer gegen den Strich gebürstet (absichtlich oder unabsichtlich?) und schwankt irgendwo zwischen Garage und zu lasch. Die vierzehn Songs bewegen sich alle zwischen knorzigen Gitarren und Independent mit leicht progressiven Einflüssen. Trotz eingängiger Nummern wie "A Bit Of Her" und "Hackneyed" überwiegt sperriges Material, das aufgrund der suppigen Produktion nicht auf ganzer Linie zündet. Viele gute Ideen sind da, aber die einzelnen Teilchen ergeben kein Ganzes. Supared versuchen alles, um den Hörer nicht einfach mit vierzehn Singalongs abzuspeisen. Sie haben aber noch eine Wegstrecke vor sich, um ihre musikalische Vision adäquat umzusetzen. [dmm: @@]



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