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[ << | Inhalt | >> ]Ausgabe #580 vom 21.04.2008
Rubrik Neu erschienen

Jon Lord "Boom Of The Tingling Strings"

Klassik – Überraschend klassisch
(CD; EMI Classics)

Wer hätte das gedacht? Rocker können es also doch! Offenbar kommen die Stars der goldenen 1970er-Jahre-Generation immer öfter in ein Alter, in dem sie sich auf klassischem Gebiet beweisen wollen, freilich oft mit enttäuschenden, nichtssagenden oder gar etwas peinlichen Ergebnissen, man denke nur an die Versuche von Tony Banks, Steve Hackett (beide Genesis), Roger Waters (Pink Floyd) oder zuletzt Karl Jenkins (Soft Machine).
Jon Lord, bis vor kurzem noch Tastenmann bei Deep Purple, hat sich vielleicht einfach mehr Versuche getraut als seine Kollegen. Begonnen hatte Lords Klassik-Liason seinerzeit noch mit seiner Stammband und dem umstrittenen "Concerto For Group And Orchestra" (1969) und führte sich dann mit einer Reihe unterschiedlich gelungener Solo-Alben fort: "Gemini Suite" (1971), "Windows" (1974), "Sarabande" (1976). Erst jetzt, im gesetzten Rockrentner-Alter (Jon Lord ist Jahrgang 1941) löst er sich bei seinen Klassik-Projekten wirklich von der eigenen Vergangenheit und verzichtet auf alle neckischen oder gar kitschigen Crossover-Bezüge. Das Album-Ergebnis "Boom Of The Tingling Strings" mit dem gleichnamigen Klavierkonzert (und die im Anhang befindliche Suite "Disguises") ist tatsächlich ein waschechtes Klassik-Album mit unüberhörbaren Referenzen an Claude Debussy, Maurice Ravel, George Gershwin und generell die Musik des (frühen) 20. Jahrhunderts. Okay, okay, das Album ist keinesfalls revolutionär oder gar avantgardistisch (das hatte Lord ja auch als Rocker nie im Sinn), aber endlich hört man einem Rocker-goes-Classic-Album nicht schon meilenweit an, dass der Komponist nur ein gelangweilter Strom-Musikus und Klassik-Amateur ist.
Lord überlässt den Solo-Part und die Orchesterleitung Profis: Nelson Goerner am Klavier wird begleitet vom dänischen Odense Symfonieorkester unter der Leitung von Paul Mann, was sicherlich zum Gelingen des Projekts beiträgt. Das Ergebnis ist freilich immer noch weit davon entfernt an die Bedeutung von Lords Beiträgen für die Rockmusik anzuknüpfen, es ist aber immerhin ein respektabler Beleg für seine klassischen Talente und eine hörenswerte Klassik-Scheibe. [sal: @@@]


@@@@@ - potentieller Meilenstein: Starlight
@@@@ - definitives Highlight: Highlight
@@@ - erfreuliche Delikatesse: Delight
@@ - solides Handwerk: Solidlight
@ - verzichtbarer Ausschuss: Nolight


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