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[ Inhalt ]Ausgabe #577 vom ..
Rubrik Neu erschienen

Dmitri Shostakovich / Mandelring Quartett "Complete String Quartets Vol. III: String Quartets Nos. 5, 7 & 9"

Klassik – bahnbrechender, intimer und warmer Shostakovich, Teil 3
(SACD; Audite)

Aller guten Dinge sind drei, denn endlich kommt es zu einer Rezension auf diesen Seiten. Eigentlich viel zu spät, denn schon bei Erscheinen des Vol. I (2006, mit den Quartetten Nos. 1, 2 & 4), spätestens aber seit der Veröffentlichung des sensationellen Vol. II (2007, mit den Quartetten Nos. 3, 6 & 8) wäre eine Besprechung auf diesen Seiten angebracht gewesen.
Das in Neustadt an der Weinstraße beheimatete Mandelring Quartett (benannt nach nach der Adresse ihrer Übungsstätte!) spielt die Streichquartette Dmitri Shostakovichs (1906-1975), als wären sie nicht von dieser Welt. In diesen Streichquartetten entwickelte Shostakovich ja bekanntermaßen seine Klangsprache weiter, als Oper und Symphonie staatlich beäugt und reglementiert wurden. Er hatte ein sehr zwiespältiges Verhältnis zu seiner Heimat und zur Politik in der stalinistisch geprägten Sowjetunion. Bisherige Interpretationen setzten genau hier an: Sie stellten die Zerrissenheit des Komponisten in den Vordergrund, seinen Kampf, seine Verzweiflung. Entsprechend kantig fielen da die Einspielung aus.
Das Mandelring Quartett macht es anders: Es verneint zwar die Widersprüchlichkeiten in den Partituren nicht, vermeidet jedoch zusätzliche Aggression. Stattdessen arbeiten die Neustädter die Intimität und Wärme der Kompositionen heraus, stellen Shostakovich mehr als Komponisten seiner Zeit dar, denn als politische Figur. Der hier zu entdeckende Shostakovich ist kein Kämpfer (und in der Tat: Offen opponierte er nie gegen das Regime), sondern ein melancholischer, zerbrechlicher Hamlet, voller Poesie, Schmerz und Wärme. So tief in der Spätromantik verwurzelt hat man Shostakovich noch nie gehört.
Drei von fünf Volumina sind bereits erschienen, die ausstehenden zwei Teile werden in den kommenden beiden Jahren folgen. Für mich steht allerdings jetzt schon fest: Dies wird eine über viele Jahre bahnbrechende Einspielung bleiben. Sowohl klanglich, als auch interpretatorisch sind die bereits veröffentlichten Aufnahmen die besten digitalen Neuaufnahmen, die es derzeit auf dem Markt gibt: Ein Shostakovich fürs 21. Jahrhundert. [sal: @@@@@]



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