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[ Inhalt ]Ausgabe #404 vom ..
Rubrik Texte - lesen oder hören

Robert Merle "Die geschützten Männer"

Hörspiel: Was wäre, wenn die Männer krepierten?
(CD; Audio Verlag)

Der DAV-Verlag hat so manchen literarischen Science-Fiction-Leckerbissen als Hörspiel veröffentlicht. Allein in 2003: George Orwells "1984", William Gibsons "Neuromancer". Problem: Die Cover sind herausragend hip, die Zusatzinformationen sind hinreißend geschrieben, doch die Silberlinge sind kastrierte Kater, konkret: totgestraffte Hörspielversionen. Schade.
Nun bringt der DAV Robert Merles (1908-2004) Social-Fiction-Roman "Die geschützten Männer" heraus. Frisch produziert als Hörspiel vom MDR. Das Cover und die Zusatzinformationen sind wieder perfekt.
Die Story: Der Virus "Enzephalitis 16" rafft in Nordamerika die zeugungsfähigen Männer dahin. In Panik lassen sich vereinzelt Männer kastrieren und entgehen so tatsächlich dem Tod. Doch der schlagartige Exitus der Mehrheit der Männer bringt die Gesellschaft ins Kippen. Aus dem Patriarchat wird eine antisexuelle Diktatur des Matriarchats. An der Spitze die neue Präsidentin Sarah Bedford. Anita Martinelli ist eine ihrer radikalsten Beraterinnen. Ihr Mann, Dr. Martinelli, hat bisher den Virus überlebt und gilt nun als "geschützter Mann": In einem Lager kaserniert leitet er ein Team von Frauen und kastrierten Männern, um ein Gegenmittel zu entwickeln. Doch Dr. Martinelli, der "echte" Mann, wird diskriminiert: "Ich komme mir wie ein farbiger Leutnant vor, der eine Abteilung weißer Soldaten befehligt. Man gehorcht mir und verachtet mich." Martinellis Innensicht einer feministisch geprägten Diktatur ist packend und verstörend: Dass Frauen plötzlich handeln wie wir es von männlichen Diktatoren kennen, lässt die Perversion des Systems lupenrein hervorstechen. Und Merle spielt anhand der Figur des Dr. Martinelli folgerichtig die Gegenbewegung in Form politischer Verschwörungen durch. Gut zu wissen, dass Autor Merle lange zuvor in seinem Roman "Der Tod ist mein Beruf" die Tagebücher von Rudolf Höß, dem Kommandanten des KZ Auschwitz, verarbeitet hatte.
Das Hörspiel bringt Top-Sprecher wie Siemen Rühaak, Winfried Glatzeder, Barbara Schöne, Leslie Malton, Gerd Baltus und 20 weitere. Totgestrafft ist es nicht, das Hören lohnt. Doch gewünscht hätte ich mir hier eine mindestens doppelt so lange Spielzeit, um die Dramaturgie mehr Details der Vorlage umsetzen zu lassen. Blicken wir nach vorn: Im September erscheint die komplette Lesung von Aldous Huxleys "Schöne neue Welt". [vw: @@@]



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