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[ << | Inhalt | >> ]Ausgabe #299 vom 17.06.2002
Rubrik Neu erschienen

Joy Denalane "Mamani"

Deutscher Soul
(CD; Four)

Die Tochter eines Südafrikaners und einer Deutschen wagt ein nach wie vor recht exotisch anmutendes Experiment: Afropop, Soul und zeitgemäßer R&B mit deutschen Texten. Das klingt folgendermaßen: "Was nützt uns alles Geeld, wenn das Ende naaaht? Es gibt nur eine Welt zu bewaaaaaaaaaahn!" Manchmal verlaufen sich zwischen diese gutgemeinten Naseweitheiten auch richtig lustige Zeilen wie "Ego-tripping in Interviews/ das nennen wir dann Rhythm&Blues". Neben solch galliger Musikbusiness- und Gesellschaftskritik gibt's natürlich auch die üblichen Beziehungsdramen zu hören. So geschmeidig die deutsche Sprache durch Joys Soul-getränkte Phrasierung auch klingen mag, diese dicke Ladung Gefüüüüühl im teutonischen ist einfach gewöhnungsbedürftig. Vielleicht wird es aber auch Zeit, dass wir unsere verkrampfte Haltung zur eigenen Sprache endlich über Bord werfen.
Ach ja, die Musik. "Mamani" ist ein angenehm zurückhaltendes Soulalbum, mit jazzigen Vibes und weltmusikalischer Offenheit. Luftig produziert, auf elektronischen Schnickschnack wird weitgehenst verzichtet. Die Songs bewegen sich meist im Midtempobereich, zeitweilige Ausflüge zu Latin- und Afrobeats bewahren die Grooves vor der Monotonie. Kurzum, das musikalische Gewand würde auch jeder US-amerikanischen Souldiva gut zu Gesicht stehen, es hebt sich indes doch auch wenig von den Vorbildern ab. Unterm Strich ist "Mamani" das ambitionierte, professionell produzierte Debüt einer begabten Künstlerin, das teilweise unter textlichen Plattheiten und dem Mangel an musikalischer Eigenständigkeit leidet. [pg: @@]


Verweise auf diesen Artikel aus späteren Ausgaben:


@@@@@ - potentieller Meilenstein: Starlight
@@@@ - definitives Highlight: Highlight
@@@ - erfreuliche Delikatesse: Delight
@@ - solides Handwerk: Solidlight
@ - verzichtbarer Ausschuss: Nolight


Permalink: http://schallplattenmann.de/a109067


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