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[ Inhalt ]Ausgabe #201 vom ..
Rubrik Neu erschienen

Issa Bagayogo "Sya"

Lässige, süße Sternstunde des Afro-Pop
(CD; Cobalt)

"Sya" ist eine kleine, süße Sternstunde des Afro-Pop, und die Geschichte dahinter ist ergreifend: Issa Bagayogo kommt 1961 in Korin, einem winzigen Dorf in Mali, zur Welt. Als eines von 15 Kindern wächst er mit Feldarbeit und dem Spielen der malinesischen Gitarre (heißt: kamalé n'goni) auf. Er spielt so hinreißend und singt dermaßen ergreifend dazu, dass die Mädchen des Dorfs seinen Songs gern lauschen. Issa beschließt anno 1991, dass in ihm ein Star steckt. Er reist in die Hauptstadt Bamako, nimmt in einem Studio ein paar Songs auf und kehrt mit einer bunten Kassette zurück nach Korin. Auch zwei Jahre später wird Issa mit einer zweiten Kassette nicht zum Star. Seine Mutter ist enttäuscht, alle anderen nennen ihn verrückt. Issa nimmt, derart bedrängt vom Schicksal, Drogen. Jetzt verläßt ihn seine Frau. Issa gibt nicht auf: Zum dritten Mal reist Issa nach Bamako. Dort trifft er im Studio diesmal auf den Franzosen Yves Wernert, Toningeneur aus Paris, und Moussa Koné, ex-Gitarrist von Ali Farka Touré. Die beiden Profis schlagen Issa ein Projekt vor: Seine Musik solle er mit rein akustischen Instrumenten, computergenerierten Dance-Beats, Background-Sängerinnen und Samplings mixen. Das hatte in Mali zuvor noch keiner so recht gemacht. Issa ist besorgt. Trotzdem: Er ist dabei! Und da die Aufnahme-Sessions ihn anstrengen, empfindet Issa das kleine Wunder – 15.000 Kassetten verkaufen sich in Windeseile – als nur gerechtfertigt. Seine Mama schmeißt eine Party für Issa, die Leute im Dorf haben's immer gewusst, auch seine Frau kehrt zu ihm zurück. Wow.
Und die Musik? Die klingt völlig afrikanisch. Die akustischen Instrumente, die heißen Chants der Sängerinnen, die lässige Stimme von Issa, das alles passt sehr gut zu den Beats. Seine Landsleute nennen ihn "Techno-Issa". Das klingt wie ein Witz, und beweist, wie tief die coolen Jungs in Mali in ihrer Folklore stecken. [vw: @@@]



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