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[ << | Inhalt | >> ]Ausgabe #721 vom 12.12.2011
Rubrik Live - Musik spüren

Foto: TheNoise

Armoni-Ahenk & Unterbiberger Hofmusik, 13.11.2011, Großer Saal der Musikhochschule, München

World – türkische Klassik und bayrischer Volksmusik-Jazz: hintereinander, nebeneinander und miteinander

Die türkische Kultur ist – wenn auch nicht integriert – längst in Deutschland angekommen. Daher ist die Verbindung von türkischer Musik mit Klängen aus dem Alpenraum durchaus naheliegend. Dass die Unterbiberger Hofmusik der türkischen Musik gegenüber offen ist, weiß man spätestens seit ihrem jüngsten Album, für das sie ein Stück mit dem Oud-Spieler Şeref Dalyanoğlu eingespielt haben. Jetzt hat die Gruppe um Franz Himpsl für eine kurze Tournee ihren Volksmusik-Jazz mit der klassischen türkischen Musik verbunden.
Das Konzert ist aufgebaut wie eine erste Annäherung: Elf klassische Stücke spielen Armoni-Ahenk (ein 18-köpfiges Ensemble, bestehend aus Chor und Orchester). Erst etwas formal werden sie zunehmend geschmeidiger, gefühlvoll und beseelt. Dann fährt der junge Trompeter Matthias Schriefl lautstark aus dem Off dazwischen und zeigt, dass diese gefühlsbetonten Lieder auch andere, fetzige Töne vertragen. Er beweist damit gleich, dass hier nicht nur zwei Kulturen aufeinandertreffen, sondern auch unterschiedliche Temperamente. Gewissermaßen mit einem Tusch bringt sich die Unterbiberger Hofmusik nur wenig später ins Spiel und übernimmt rasant. Ihre jazzige Volksmusik ist frisch und verfügt über eine angenehme traditionelle Komponente. Sie steht im deutlichen Kontrast zu den durchweg getragenen Liedern der Armani-Ahenk. Nach einigen Stücken, die sie im Oktett spielen, holen die Unterbiberger erst den Chor und dann die Musiker auf die Bühne.
Es sind vor allem die Gegensätze, die sich hier anziehen, auch wenn die Unterbiberger – in überwiegend kurzen Passagen – beweisen, dass ihnen auch das Gefühlvolle nicht abhold ist. Dann klingen auch die klar gespielten Trompeten weich und der Solo-Trompeter Matthias Schriefl, dem durchweg mehr an Virtuosität als an Sensibilität gelegen scheint, ordnet sein stechend-strahlendes Spiel dem Gesamtklang unter.
Armoni-Ahenk und den Unterbibergern steht die Freude über den gemeinsamen Auftritt buchstäblich ins Gesicht geschrieben. In gelöster Stimmung wird am Ende Franz Himpsl vom musikalischen Leiter Armoni-Ahenks, Kadri Rizeli, dazu animiert, eine türkische Melodie nachzusingen. Dass es ihm nicht gelingt – wohl kaum gelingen kann –, ist weder verwunderlich noch tragisch. Vermutlich ist das ein Ansporn zur weiteren Zusammenarbeit, bei der man das Verständnis von der Musik des Gegenübers noch vertiefen und neues musikalisches Terrain ausloten kann.
Weitere Konzerte der Unterbiberger Hofmusik: 18.12.2011 Seeshaupt (mit Wolf Euba), 7.1.2012 München, 8.1.2012 Vaterstetten 19.1.2012 Neubiberg, 18.2.2012 Egling, 2.2.2012 Waakirchen. [noi]


Verweise auf diesen Artikel aus späteren Ausgaben:


URL: http://schallplattenmann.de/a119804


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