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[ Inhalt ]Ausgabe #564 vom ..
Rubrik Tipp der Woche

Daouda Dembele "Daouda Dembele"

Westafrikanische, repetitive Musik, die seit Jahrhunderten unverändert wirkt
(CD; Drag City)

Wenn man durch die Straßen von – zum Beispiel – Bamako spaziert, hört man immer wieder ziemlich roh klingende Musik aus repetitiven Rhythmen, einfachen Melodiefloskeln und beständig fließendem Sprechgesang. Die im Westen erhältliche Musik afrikanischer Künstler ist weit entfernt von dieser Urtümlichkeit. Mit dieser CD werden nicht nur die Musik, sondern auch afrikanische Gewohnheiten transportiert: Das Album von Daouda Dembele trägt keinen Titel und hat nur ein namenloses Stück – das dauert 42 Minuten und ist keinesfalls zu lang.
Ich verstehe nicht, was Daouda erzählt, ich kann die musikalischen Floskeln nicht interpretieren und ich weiß auch nicht, welche Einflüsse der Ngoni-Spieler und Erzählsänger aufgenommen hat. Hat er Blues gehört? Hat er Enkel, die ihn mit Rap beschallen? Oder hat er nur dem träge vorbeiziehenden Niger gelauscht?
Die Musik und der Sprechgesang von Daouda Dembele wirken gleichzeitig roh und artifiziell. Ich kenne sie nur aus den Straßen von Bamako, Mopti oder Ségou, von Festen – dann klingen die Ngoni-Spieler wegen der schlechten PA eher nach Jimi Hendrix – oder aus den dröhnenden Kassettenrekordern der Straßenhändler, die in der Regel Raubkopien verkaufen.
Die rudimentäre Beilage möchte vermitteln, dass man die Musik von Daouda Dembele schon vor 1300 Jahren hören konnte. Aber wer kann tatsächlich behaupten zu wissen, wie die nur mündlich überlieferte afrikanische Musik vor mehr als tausend Jahren klang? Die Entwicklung traditioneller Gesellschaften vollzieht sich zwar nicht rasant, aber stetig. Da möchte ich auch westliche Einflüsse – und sei es nur indirekt durch die Musik von Ali Farka Touré, dem wie Daouda Dembele in Ségou beheimateten Mama Sissoko oder Boubakar Traoré – nicht ausschließen.
Egal, solange der Sand der Steppe die vordergründigen Prägungen wieder verwischt. [noi: @@@@@]



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