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[ << | Inhalt | >> ]Ausgabe #560 vom 12.11.2007
Rubrik Kolumne

Peters Honky Tonkin' #16

Wenn der Winter kommt, wird es schwierig für Musik, die auf einer Terasse super funktioniert. Ich versuche es trotzdem, denn neben Erwartbarem gibt es mal wieder echte Tipps. [pb]


Verweise auf diesen Artikel aus späteren Ausgaben:


Cole Deggs & The Lonesome "Cole Deggs & The Lonesome"

Country-Rock – Nettes Album, wenn man die Stimme mag
(CD; SonyBMG)

Das Debüt von Cole Deggs & The Lonesome bewegt sich zwischen Southern-Rock-Männlichkeit und Westcoast-Leichtigkeit. Leider bezieht es an keinem der beiden Pole richtig Stellung und so ist ein nettes Country-Rock-Album entstanden, das sich zwar von vielen Nashville-Produkten positiv durch einen Ansatz von Kanten abhebt, aber nie vollständig überzeugen kann. Dennoch macht es dem Country-Hörer Spaß und wer Durchhaltevermögen beweist und die CD komplett durchhört, wird zum guten Schluss mit dem besten Song "I Haven't Stopped Hurtin'" belohnt. [pb: @@@]


Kenny Chesney "Just Who I Am: Poets & Pirates"

Mainstream-Country – nett zum Cruisin', mehr leider nicht
(CD; SonyBMG)

In den USA bezahlt man im 'Sale' für eine neue CD oft nicht mehr als $8,00. Da kann man sich schon mal an der Tanke eine CD mitnehmen, bloß weil der Weg so lang ist. "Just Who I Am: Poets & Pirates" zum Beispiel. Immerhin ist Kenny Chesney in den Mainstream-Gefilden einer der Guten, man kann sich auf ihn verlassen und weiß, was man kriegt. Natürlich ist auch er älter geworden und so passen sich die Themen der Lebensphase an: "Just Not Today", "Wife And Kids". Nett. Wenn man angekommen ist, kann man die CD ja vielleicht für den nächsten auf die Zapfsäule legen. Mir ist das allerdings zu wenig und man kann übrigens auch mit toller Musik Auto fahren. [pb: @@]


The Charlie Sizemore Band "Good News"

Bluegrass – klassisch und ein guter Tipp für Freunde des Genres
(CD; Rounder)

Die gute Nachricht von Charlie Sizemore ist, dass es seit "In My View" (1996) und dem Tom T. Hall-Tribute von 2002 endlich ein neues Album des ehemaligen Pickers der Ralph Stanley's Clinch Mountain Boys gibt. Wie erwartet liefert auch "Good News" klassischen Bluegrass, Sizemores Songs erzählen Geschichten und das exzellente Picking ist kein Selbstzweck. Natürlich ist auch dieses Album in keiner Weise grenzüberschreitend und so bleibt es eine gute Empfehlung für Freunde des Genres. [pb: @@@@]


Various "Anchored In Love: A Tribute To June Carter Cash"

Songs – sehr familiäres Tribute an die Dame an Johnny Cashs Seite
(CD; Dualtone)

In den USA ist "Anchored In Love" bereits im Juni 2007 parallel zu John Carter Cashs gleichnamiger Biographie von June Carter erschienen. Für den Sohn von Johnny Cash und June Carter spielten Sheryl Crow, Willie Nelson, Carlene Carter, Loretta Lynn, Patty Loveless und Kris Kristofferson, Rosanne Cash, Ralph Stanley u.a. insgesamt zwölf Songs von June Carter bzw. solche, die fest zu ihrem Repertoire gehörten. Wie die Namen schon vermuten lassen, ist eher ein liebe- und sehr respektvolles 'Family-Album' entstanden, als ein klassisches Tribute, das mit seinen Interpretationen versucht Neuland zu betreten. Wer also Neues entdecken will, ist hier falsch, aber wer im besten Sinne warmherzige Versionen von großen Songs mag, wird mit "Anchored In Love", das im September 2007 endlich auch in Deutschland erschienen ist, bestens bedient. [pb: @@@]


Sarah Johns "Big Love In A Small Town"

Mainstream-Country – nicht aufregend, aber unterm Strich sehr schön
(CD; SonyBMG)

Und wieder das freche Mädel vom Lande, das die harten Männer aufmischt. Mit diesem Image macht man (nach Ansicht der Meinungsforscher?) im Moment in Nashville wohl den Stich. Dann stellt man sich in die Tradition von Tammy Wynette oder Loretta Lynn und will der Country-Musik ihre wahre Größe zurückgeben. Oje!
Sarah Johns hat eine prima Stimme, eine gut eingespielte Musikerriege spielt tight und knackig und sie schreibt ihre Songs selbst. Sie meint es wohl ernst, ist eher selbstbewusste Frau als freches Mädel. Schön, wenn sie sich nun noch traute, nicht so viele Klischees zu erfüllen und vor allem auch musikalisch ein wenig Mut bewiese, wäre sie wirklich in der Nähe der großen Country-Damen. Ansätze wie in dem fast gospeligen "Muddy Water" gibt es. Insgesamt bleibt es ein schönes Debüt, dem ich Erfolg wünsche, damit die Reißbrett-Musik-Planer in 'Music City' das Portfolio vielleicht ein wenig in Richtung denkender Menschen ändern. [pb: @@@]


Cara Luft "The Light Fantastic"

Folk – obwohl aus Kanada eindeutig englischer Prägung
(CD; Rounder)

Cara Luft hat 2004 die Wailin' Jennys verlassen, um sich mehr um ihre Solokarriere zu kümmern. Nach dem Hören von "The Light Fantastic" erscheint das logisch. Die Kanadierin ist musikalisch deutlich abwechslungsreicher als die 'Jennys' und bezieht sich immer wieder hörbar auf englische Wurzeln. Vergleiche mit Fairport Convention sind anscheinend sowohl erwünscht als auch erlaubt. Leider ist Cara Luft in den rockigen Songs oft zu leicht zu durchschauen, fast beliebig, kann diese aber durch das eingespielte Bandgefüge retten. Richtig gut ist sie bei den ruhigeren Einspielungen wie "No Friend Of Mine" und "Wilcox" oder auch bei akustischen Uptempo-Songs wie "Down To The River". [pb: @@@]


@@@@@ - potentieller Meilenstein: Starlight
@@@@ - definitives Highlight: Highlight
@@@ - erfreuliche Delikatesse: Delight
@@ - solides Handwerk: Solidlight
@ - verzichtbarer Ausschuss: Nolight


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