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[ << | Inhalt | >> ]Ausgabe #544 vom 23.07.2007
Rubrik Kolumne

Peters Honky Tonkin' #13

Diejenigen, die mit der Tradition spielen, sind die, die im heutigen Honky Tonkin' die Nase vorn haben und ein paar schöne Platten für Freunde von Roots-Musik liefern. Das Liebäugeln mit Pop zahlt sich mal wieder nicht aus. [pb]


Verweise auf diesen Artikel aus späteren Ausgaben:


Robbie Fulks "Revenge"

Country – Traditionell und frisch, augenzwinkernd, wunderbar
(2CD; Yep Roc)

Applaus war nicht genug, Robbie Fulks hätte gern, dass ihr alle auch zahlt. Ihr alle, die ihr Country-Musik mögt. Ehrliche, augenzwinkernde, traditionelle, laute, rockende, akustisch sentimentale, altbackene und nach vorne guckende, niemals stinkstiefelige, songorientierte, leise, textlich herausfordernde, sich nicht zu Ernst nehmende, große Country-Musik. Es gibt nicht viele Musiker, die all diese Tribute erfüllen, Kinky ist so einer, Robbie auch! Also tut, was er sagt, gebt ihm Geld und kauft diese Platte. Zwei CDs zum Preis von einer, eine eher elektrisch, eine eher akustisch, alles irgendwo zwischen 1950 und den 1970ern und trotzdem im Jahr 2007. Ihr könnt nichts falsch machen. Ach, würde Nashville doch immer so klingen. [pb: @@@@]


Martina McBride "Waking Up Laughing"

Mainstream-Country-Pop – Glatt und langweilig
(CD; RCA Country)

Man soll ja auch das Positive sehen und deshalb halte ich hier fest: Martina McBride hat eine wirklich tolle Stimme. Naja, und sie liefert mit "Waking Up Laughing" das langweiligste Album des heutigen Überblicks. Durchschaubar wie ein Doris-Day-Film, glatt gebügelt wie des Hemd des Ehemanns in der vorbildlichen, amerikanischen Kleinfamilie, die McBride als Ideal vertritt. Elf Lieder zum Thema Liebe, produziert von ihr selbst, elf Lieder, die man sofort vergisst. Diese Platte braucht niemand. Bei Doris Day konnte man wenigstens ab und zu lachen. [pb: @]


Verweise auf diesen Artikel aus späteren Ausgaben:


Danni Leigh "Masquerade Of A Fool"

Honky Tonk – Nicht neu, aber sehr sympathisch und durchaus einigermaßen kantig
(CD; Uni)

Danni Leighs neues Album ist etwas mainstreamiger als der Vorgänger, aber sie hat es geschafft kantig zu bleiben und ist bei aller Tradition nie abgedroschen. Natürlich liegt das an ihrer Stimme und an ihrem sehr sympathischem Rüberkommen. MitspielerInnen wie Glen Duncan, Tammy Rogers (beide Fiddle und Mandoline) oder Steve Hinson (steel) tun das ihre und so spielt Danni Leigh die Musik, die in die Honky Tonks dieser Welt gehört: feinen Bakersfield-Sound ohne Kompromisse. [pb: @@@]


Verweise auf diesen Artikel aus späteren Ausgaben:


Kelly Willis "Translated From Love"

Alternate – Wunderbares Album, produziert von Chuck Prophet
(CD; Rykodisc)

Wir mussten lange auf ein neues Album von Kelly Willis warten, aber es hat sich gelohnt, denn "Translated From Love" ist ihr bis dato flockigstes. Zusammen mit Chuck Prophet, der kantig und mit einem gewissen Retro-Charme produzierte und natürlich die Gitarrenarbeit übernahm, und einer kleinen, feinen Band (u.a. mit Greg Leisz) bietet Kelly Willis Alternate-Country, Girl-Group-Pop mit Farfisa-Orgel, wunderbares Singer/Songwritertum und mit Adam Greens "Teddy Boys" sogar Pub Rock. Willis und ihr Team machen praktisch alles richtig, wollen viel und wissen dabei, dass weniger mehr ist. "Translated From Love" wächst mit mehrfachem Hören und macht unglaublich Spaß.
Ob Kelly Willis damit der große Durchbruch gelingt, wage ich zu bezweifeln und wünsche ihn ihr eigentlich auch nicht; vielleicht macht sie dann noch mehr solche Alben.
Anspieltipps: "Too Much To Lose", "Sweet Sundown" und "Translated From Love". [pb: @@@@]


Gurf Morlix "Diamonds To Dust"

Singer/Songwriter – Sehr melancholisches, großes Werk
(CD; Blue Rose)

Gurf Morlix ist ein vielbeschäftigter Mann in Sachen Roots-Musik, werft einfach mal einen Blick auf eure CDs von Lucinda Williams, Steve Earle und Buddy Miller. Ab und zu schafft er es dann tatsächlich ein Soloalbum zu veröffentlichen. "Diamonds To Dust" hat Morlix annähernd im Alleingang eingespielt, hier und da mit ein bisschen Hilfe von Rick Richards am Schlagzeug, Ray Bonneville (harp) und Patty Griffin (voc). Herausgekommen ist ein sehr persönliches und melancholisches Album. Das Thema 'Tod' ist sehr präsent, zu viele Freunde hat Gurf Morlix in letzter Zeit verloren. Wer sich auf diese Stimmung und auf Morlix' knarzende Stimme einlässt, wird mit einem äußerst stimmungsvoll gespielten, großen Album belohnt, auf dem kein Ton zu viel ist und das mit Songs wie "Killin' Time In Texas", dem Warren Zevon gewidmeten "Blanket" und all den anderen viele Highlights und keinen Ausfall bietet. [pb: @@@@]


@@@@@ - potentieller Meilenstein: Starlight
@@@@ - definitives Highlight: Highlight
@@@ - erfreuliche Delikatesse: Delight
@@ - solides Handwerk: Solidlight
@ - verzichtbarer Ausschuss: Nolight


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