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[ << | Inhalt | >> ]Ausgabe #529 vom 10.04.2007
Rubrik Feature

Peters Honky Tonkin' #11

Alte Recken und neue Cowboys und -girls im aktuellen Honky Tonkin'. Interessant, dass die alten Recken diesmal sogar frischer wirken – vielleicht verhält es sich mit Rootsmusik ja wie mit Wein. Aber bevor mir das Intro noch zu philosophisch gerät: gleich zur Musik! [pb]


Verweise auf diesen Artikel aus späteren Ausgaben:


Bill Kirchen "Hammer Of The Honky-Tonk Gods"

Honky Tonk Twang – Titel als Konzept und eine Band im Rücken, mit der man sowieso nicht verlieren kann
(CD; Proper)

Die Frage, ob Bill Kirchen genug Fingerfertigkeit für einen solchen Plattentitel besitzt, stellt sich schon seit seinen Tagen bei Commander Cody & His Lost Planet Airmen nicht mehr. Aber Fingerfertigkeit ist es nicht, was dieses siebte Soloalbum auszeichnet. Kirchen lehnt sich zurück, ist cool und sophisticated und wird dabei von den hierfür denkbar besten Mitstreitern unterstützt: Nick Lowe, Geraint Watkins und Robert Treherne. So ist "Hammer Of The Honky-Tonk Gods" genau so gut wie dieses Namedropping vermuten lässt: Der Titelsong und "Get A Little Goner" sind klassische Bill-Kirchen-Hämmer, "Working Man" ist fast Doo-Wop, "Soul Crusin'" ein Song, der auf jeder Nick Lowe Platte sein könnte; die Texas-Swing-Coverversion von "Devil With The Blue Dress" klingt unglaublich charmant und wenn die CD mit Arthur Alexanders Hymne "If It's Really Got To This Way" endet, drücke ich wieder auf 'Play', nippe an meinem Whiskey und freue mich, dass es solche Platten gibt. [pb: @@@@]


Verweise auf diesen Artikel aus späteren Ausgaben:


The Wreckers "Stand Still - Look Pretty"

Mainstream-Country – Gute Stimmen, zum Teil gute Songs, aber leider auch viel Konfektion
(CD; Maverick)

Michelle Branch und Jessica Harp alias The Wreckers sind das große neue Ding in Sachen 'Female Country'. Damit nichts schief geht, ist man überall auf Nummer sicher gegangen: produziert von John Leventhal (u.a. Shawn Colvin und Joan Osborne) und aufgenommen in New York, Nashville und Los Angeles, dem Dreigestirn des U.S.-amerikanischen Pop; als Musiker nur die besten Studiocracks und immer wird auf Radiotauglichkeit geachtet. Das hätte ganz schlimm werden können, ist es aber nicht. Zu gut ist ein Teil der Songs der Beiden ("Leave The Pieces", "Tennessee", "My, Oh My"), zu prägnant die Stimmen und ein bisschen Freiheit hat das Label ihnen wohl auch gelassen. Dieses Potential wird allerdings nicht ausgeschöpft, da man ganz eindeutig versucht das definierte Zielpublikum zu bedienen und niemandem weh zu tun.
So bleibt ein gutes Mainstream Country-Album, das immer wieder Spaß macht, allerdings hier und da lediglich Konfektion bietet. [pb: @@@]


The Lost Trailers "The Lost Trailers"

Modern Country – Handwerklich solide, aber leider überraschungsfrei
(CD; Ariola)

Das vierte Album der Lost Trailers erscheint bei einer großen Plattenfirma und da gehört es hin, denn die Musik braucht den Background, der die großen Countrystationen erreicht. Überraschungsfrei, aber gerade in der ersten Albumhälfte durchaus handwerklich solide, spielen die fünf Jungs um Songwriter Stokes Nielson Modern Country, wie er heute klingt. Hier ist nicht alles verkehrt, der vielleicht zu machohafte Gesang kann immer wieder ganz sympathisch klingen und ein Teil der Songs ("Call Me Crazy", das schon Southern-rockige "I'm A Country Man") ist echt prima.
Unterm Strich aber kommt bei "The Lost Trailers" zu viel von der Stange und auch die Produktion von Blake Chancey (Dixie Chicks, Mary Chapin Carpenter, Jim Lauderdale) ließ zu wenig Kanten. Schade. [pb: @@]


Southern Culture On The Skids "Play Countrypolitan Favorites"

Country-Rockabilly – Coverversionen im Twang-Style
(CD; Yep Roc)

Es gibt immer wieder Platten im Leben eines Country-Fans, die für andere Menschen schwer zugänglich bleiben bzw. von denen sie sich kopfschüttelnd abwenden. Schublade auf, Vorurteil rein, fertig. "Countrypolitan Favorites" ist so eine Platte: Frontman und Gitarrist Rick Miller, der Mann mit mehr Humor in den Fingern als in mancher Seele, und das beinharte Rhythmus-Team Dave Hartman (dr) und Mary Huff (b, voc) spielen ihre 15 Lieblingssongs. Lieblingssongs, die man zum Teil erwarten konnte wie "Tobacco Road", "Rose Garden" oder George Jones' "Let's Invite Them Over", aber auch einige, die in diesem Kontext überraschen wie "Muswell Hillbilly" von The Kinks oder "Happy Jack" von The Who. Nun sind SCOTS ja keine Nachspiel-Kapelle und so machen diese Songs in dem bandtypischen Sound richtig Spaß. Vorausgesetzt man ist Country-Fan, ansonsten wird's eng.
PS: Nach einem Livealbum und einer Coverplatte wären allerdings das nächste Mal wieder neue Songs des unglaublichen Trios cool. [pb: @@@]


@@@@@ - potentieller Meilenstein: Starlight
@@@@ - definitives Highlight: Highlight
@@@ - erfreuliche Delikatesse: Delight
@@ - solides Handwerk: Solidlight
@ - verzichtbarer Ausschuss: Nolight


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