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[ << | Inhalt | >> ]Ausgabe #523 vom 26.02.2007
Rubrik Feature

Peters Honky Tonkin' #10

Ich gebe zu, es sind immer noch einige Aufarbeitungen vom Ende des letzten Jahres, die auch dieses Honky Tonkin' füllen, aber eine gute Platte kann man auch noch ein Vierteljahr nach ihrer Veröffentlichung entdecken. Ich hoffe nur, dass ich vor Schlechtem nicht zu spät warne. [pb]


Verweise auf diesen Artikel aus späteren Ausgaben:


Twang Dragons "Love Junkie"

http://www.twangdragons.com

Honky Tonk – Independent Veröffentlichung aus Milwaukee, die wirklich Spaß macht
(CD; Twang It)

"Love Junkie" ist die zweite Veröffentlichung der Twang Dragons aus Milwaukee; Independent as can be bekommt ihr die CD auf der Website der Band und bei einem unabhängigen, amerikanischen Mailorder. Spannend an diesem Quartett um Frontfrau Lisa Hannon ist, dass sie fast britisch daher kommen während alle countryfizierten Bands aus Europa gerne möglichst amerikanisch klingen. Ihr Stil ist Honky Tonk gepaart mit weißem R&B plus einem leichten Schuss Southern, wobei sie in ihren guten Momenten fast nach Rockpile und über die ganze Albumlänge extrem flockig klingen. Ich bin sicher, dass diese Band live richtig abgeht und mit dem richtigen Produzenten ein ganz großes Roots-Rock-Album abliefern könnte. "Love Junkie" ist noch die CD, die man gut gelaunt nach einem tollen Konzertabend vom Merchandise-Tisch mitnimmt. [pb: @@@]


Carrie Rodriguez "Seven Angels On A Bicycle"

Singer/Songwriter – Schön, aber leider nicht auf ganzer Linie überzeugend
(CD; Train Wreck)

Nachdem man Carrie Rodriguez bisher nur an der Seite von Chip Taylor kannte, legt sie nun ihr erstes eigenes Album vor: "Seven Angels On A Bicycle". Bilder und Stimmungen wie dieser Titel begleiten uns. Eingespielt mit Bill Frisell (elektrische Gitarren), Greg Leisz (alle Steel-Gitarren und Dobro) und Chip Taylor (akustische Gitarren), dazu Viktor Krauss (b) und Kenny Wollesen (dr), kann musikalisch nicht viel schief gehen. Rodriguez überzeugt gesanglich auf ganzer Linie und die Produktion klingt, als wäre sie unter Daniel Lanois entstanden, obwohl das eingespielte Team Taylor/Rodriguez die Regler in den Händen hatte.
Dennoch hält das Album leider bei mehrmaligem Hören nicht, was es anfänglich verspricht, zu sehr beschwört die Texanerin die Bilder, erzeugt schöne Stimmung, verliert sich aber immer wieder anstatt am Song zu bleiben. Ein schönes Album, der große Wurf der Dame wird noch kommen. [pb: @@@]


Bradley Walker "Highway Of Dreams"

Acoustic Country – Nicht neu, aber herausragend gut
(CD; Rounder)

Bradley Walkers Debüt ist die beeindruckendste Platte des heutigen Honky Tonkin'. Nicht weil Walkers Musik zwischen Acoustic Country, Honky Tonk und Bluegrass in irgendeiner Weise innovativ wäre, im Gegenteil: Noch traditioneller geht es gar nicht. Allein, man begegnet diesem Namen hier zum ersten Mal und hört eine CD, die unglaublich abgeklärt ist, einen Sänger präsentiert, dessen warme und 'soulful' Stimme einen völlig umschmeichelt und die von den illustren Mitmusikern wie Ron Block, Aubrey Haynie, Rhonda Vincent, Carl Jackson, Alecia Nugent, um nur die bekannten zu nennen, atemberaubend entspannt eingespielt ist.
Zwölf Songs, die meisten Bradley Walker auf den Leib geschrieben, kein Ausfall. Freunde von akustischem Country sollten hier unbedingt reinhören. [pb: @@@@]


Montgomery Gentry "Some People Change"

Mainstream-Country – Schafft es nur sehr selten über den Einheits-Tellerrand
(CD; RCA Country)

Schon als ich das Cover sah, wusste ich, dass meine Erwartungen nicht erfüllt werden würden. Schade! Nachdem ich "Hey Country", eine supergroovy und modern gespielte Southern-Nummer, im Internet-Radio gehört habe, dachte ich, ein frisches Album aus dem etwas eingeschlafenen Südstaaten-Genre würde gut tun. Aber Eddie Montgomery und Troy Gentry, CMA Country Duo des Jahres 2000, machen alle nur erdenklichen Kompromisse in Richtung Mainstream-Country-Radio und liefern auf "Some People Change" neben "Hey Country" nur zwei weitere coole Songs, die über Einheitsbrei hinaus gehen. Das reicht meines Erachtens nicht für ein Genre-übergreifendes Album und so bleibt "Some People Change" trotz dieses Titels eine Platte für Menschen mit einer sehr großen Redneck-Affinität. [pb: @@]


Claude Diamond "Highway Of Life / Diamond Dust"

Country Singer/Songwriter – Traditionell und gut
(CD; Rounder Europe)

2004 hat Claude Diamond mit 65 Jahren sein Debüt "Diamond Dust" veröffentlicht. Respekt. Da diese Veröffentlichung damals einigermaßen unterging, hat Rounder Europe nun seine zweite Platte zum Anlass genommen, beide als 2-on-1-CD zu veröffentlichen. Ein guter Weg um Verpasstes aufzuholen.
Diamond ist der klassische Country-Singer/Songwriter: Durchmischt mit ein bisschen Cajun und TexMex, erzählt er seine Geschichten mehr als dass er sie singt, zu einer Musik, die man auf Country-Stationen hören würde, es aber nicht tut. Handgemacht und ehrlich, traditionelle Musik, die niemals überproduziert ist. Freunde von Don Walser oder Billy Joe Shaver kommen voll auf ihre Kosten. Für mich ist schon einer dieser 21 Songs den Kauf der CD wert: "I Waited Too Long" mit den Zeilen
"With regrets and mistakes that are made
If you wait till you're laying flowers on stone
My friend you've waited too long."
[pb: @@@]


@@@@@ - potentieller Meilenstein: Starlight
@@@@ - definitives Highlight: Highlight
@@@ - erfreuliche Delikatesse: Delight
@@ - solides Handwerk: Solidlight
@ - verzichtbarer Ausschuss: Nolight


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