#503 vom 25.09.2006
Rubrik Tipp der Woche
Nerina Pallot "Fires"
Singer/Songwriter-Pop – gelungene Symbiose aus Anspruch und Kommerzialität
(CD; 14th Floor)
Der erste, bereits letztjährige Veröffentlichungsversuch schien "Fires", dem zweiten Album der 1975 in London geborenen Sängerin und Pianistin französisch-indischer Abstammung, kaum breitere Aufmerksamkeit zu bescheren als ihrem Debüt "Dear Frustrated Superstar" (2001). Derzeit sorgt das in deutliche und dabei intelligente Worte gepackte Statement der Single "Everybody's Gone To War" für den verdienten zweiten Schub: Ein eingängiger Power-Pop-Song, der selbst oder gerade beim Zappen auf MTV auffällt, weil sekundäre Geschlechtsmerkmale stilvoll verhüllt bleiben.
Auch mit den weiteren zehn Songs des Albums tritt Nerina Pallot als erklärter Fan von Steely Dan den Beweis an, dass Pop keineswegs doof sein muss. Ihr frisch gebackener Ehemann Howard Willing (Smashing Pumkins, Van Hunt, Wallflowers, Sheryl Crow) mixte und produzierte einen zwar Radio-kompatibel dichten Sound, der aber durch die Involviertheit von Charakteren wie Jon Brion, Jim Keltner, Wendy und Susannah Melvoin, Michael Ward und Musikern aus dem Dunstkreis von Beck, den Smashing Pumpkins oder den jüngeren Mitgliedern von Eric Claptons Tourband jene alternativen bis rootsigen Tiefen erhält, die neben Nerina Pallots Songschreiberqualitäten Vergleiche zu Edie Brickell, Aimee Mann oder Suzanne Vega implizieren. Eine derart gelungene Symbiose aus Anspruch und Kommerzialität wie "Fires" ist mir schon lange nicht mehr zu Ohren gekommen. [bs: @@@@]
<#435: Aimee Mann "The Forgotten Arm"> [dmm:Â @@@@]
<#266: Suzanne Vega "Songs In Red And Gray"> [gw:Â @@@@]
<http://www.nerinapallot.com/>
@@@@@ - potentieller Meilenstein: Starlight
@@@@ - definitives Highlight: Highlight
@@@ - erfreuliche Delikatesse: Delight
@@ - solides Handwerk: Solidlight
@ - verzichtbarer Ausschuss: Nolight
Permalink: http://schallplattenmann.de/a115024