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[ << | Inhalt | >> ]Ausgabe #500 vom 04.09.2006
Rubrik Kolumne

Sal's Prog Corner #57: DVD Special

Nach unfreiwilliger, krankheitsbedingter Pause, melde ich mich mit einem DVD-Special in der Prog Corner zurück. Ausgerechnet eine Not-OP an den Augen noch am Urlaubsort und eine damit verbundene unfreiwillige Urlaubsverlängerung (sic!), ließ den Neuerscheinungsstapel an DVDs aus dem Progressive-Rock-Sektor überproportional in die Höhe schießen. Ausgerechnet 'Musik zum Gucken'! Naja, was tut man nicht alles für eine Jubiläumsausgabe. Weil meine Zeiten vor dem Bildschirm nach wie vor medizinisch indiziert sind, kommen die Besprechungen eher kurz und (hoffentlich) knackig daher.
Trotzdem gilt natürlich auch heute: Viel Spaß beim Lesen, Hören und Sehen und keep on proggin'... [sal]


Verweise auf diesen Artikel aus späteren Ausgaben:


Dream Theater "Score - 20th Anniversary World Tour"

Progmetal – Zum Bandjubiläum mit Orchester
(2DVD; Warner Vision)

Alle Jahre wieder gibt es bei Dream Theater zum zuvor veröffentlichten Studioalbum (in diesem Fall das 2005 erschienene "Octavarium") eine üppig ausgestattete Live-DVD-Box der entsprechenden Tour. Portnoy & Co. wissen eben genau, was die Fans wünschen.
Zum zwanzigjährigen Bandjubiläum ließ man sich etwas Besonderes einfallen: Neue Songs und alte Klassiker peppte man mit wuchtigen Orchesterarrangements auf. Am letzten Tag der Tour (dem 1.4.2006!) wurden diese dann vor handverlesener Fangemeinde in der Radio City Music Hall/New York mit einem leibhaftigen Orchester eingespielt. Das Ergebnis dieses Konzertevents ist nun auf "Score" audiovisuell zu bewundern. Und nun kommt das Seltsame: Bei aller Hochklassigkeit in Ausführung, Ton und Bild zündet das perfekte, aber eben auch antiseptisch dargebotene Material weniger als sonst. Vielleicht wird es dann doch langsam zu viel? Wirklich neue Erkenntnisse oder bahnbrechende Uminterpretierungen konnte ich auf jeden Fall nicht ausmachen. "Score" ist, wie so viele Live-Alben mittlerweile, eher Futter für die Die-Hard-Fans.
Parallel zur Doppel-DVD erscheint auch eine 3-CD-Box mit derselben Setlist. [sal: @@@]


Verweise auf diesen Artikel aus späteren Ausgaben:


Pink Floyd "P.U.L.S.E."

Rock/ProgRock – Der legendäre Mitschnitt der letzten Pink Floyd-Tour endlich auf DVD (1995)
(2DVD; EMI)

Nach dem Weggang von Roger Waters perfektionierten Pink Floyd vor allem ihre gigantischen Live-Konzerte zu nie da gewesenen (und auch nie überbotenen) Multimedia-Spektakeln. Mit Akribie und Gigantomanie überboten sie nur noch sich selbst in Sachen Light- und Lasershow, technischem Aufwand und Bühnendesign; so sehr, dass die dargebotene Musik fast ein wenig zur Nebensache wurde. Den Höhepunkt des technischen Overkills markierte die 1994er Tour, die auf dieser Doppel-DVD mustergültig dokumentiert ist. Insgesamt über vier Stunden Laufzeit (davon alleine 145 Minuten das Konzert im Hauptfilm) zeigen Pink Floyd zwar bestimmt nicht auf dem Höhepunkt ihrer musikalischen Kreativität, wohl aber auf dem Höhepunkt ihrer technischen Perfektion (in allen Belangen).
Die aufwändig und sorgfältig produzierte Doppel-DVD belegt aber dennoch fast im Vorbeigehen die exzellenten musikalischen Qualitäten der Tour und zeigt einen aufschlussreichen Blick vor und hinter die Kulissen der einstmals gigantischsten Live-Band. Eine Konzert-DVD, wie sie nur die späten Pink Floyd zustande bringen konnten. [sal: @@@@@]


Verweise auf diesen Artikel aus späteren Ausgaben:


Stream Of Passion feat. Ayreon "Live In The Real World"

Gothic/Prog – Arjen Lucassens Gothic-Projekt live
(DVD; InsideOut)

Kurze Frage: "Braucht man wirklich diese Live-DVD vom Gothic/Prog-Projekt Stream Of Passion, das im letzten Jahr debütierte?" Die klare Antwort lautet "Nein!". "Live In The Real World" bietet neben den Songs des Debütalbums "Embrace The Storm" zwar eine Fülle 'Cover-Versionen' von Songs anderer Lucassen-Projekte (Ayreon, Star One, Ambeon) im Stream Of Passion-Gewand, doch präsentiert sich die Band live alles andere als technisch überragend oder gar charismatisch. Das ist alles brav und bieder und klingt verdächtig nach dem verzweifelten Versuch einer Provinz-Metal-Combo, im gerade populären Gothic-Rock-Bereich kommerziell zu landen. Schon das Studioalbum hatte eine erschreckend geringe Halbwertszeit, diese Live-DVD ist auch nur eine mediokre Veröffentlichung, die man nicht wirklich braucht.
Wer auf das alberne Gepose verzichten möchte, nicht aber auf die bratzelnden Riffs der Gitarren mit weiblichen Vocals: "Live In The Real World" ist mit identischem Audiomaterial auch als Doppel-CD erhältlich. [sal: @@]


Verweise auf diesen Artikel aus späteren Ausgaben:


Emerson, Lake & Palmer "The Birth Of A Band"

Progressive Rock – E.L.P.s Live-Debüt auf dem Isle Of Wight Festival 1970
(DVD; Eagle Vision)

Emerson, Lake & Palmer, die bombastischsten (und deswegen auch umstrittensten) aller klassischen Prog-Giganten der 1970er Jahre debütierten am 29.8.1970 schon ganz und gar glamourös auf dem legendären Isle Of Wight Festival, das sie über Nacht zu Stars machte. Ihre heute etwas seltsam anmutende Mischung aus klassischer Musik (hier: Mussorgskys "Pictures At An Exhibition") und quietschenden Keyboard-Sounds aus dem damals gerade hippen Moog traf offenbar den Nerv der Zeit. "The Birth Of A Band" präsentiert sich als vermeintliches 'historisches' Filmdokument ihres Karrierestarts: Wacklig und dunkel im Bild und im Sound alles andere als klar; dazu kommen die unvermeidlichen Interviews mit den sichtlich gealterten (und beleibten) Virtuosen, kurzum: Die DVD ist kein Lichtblick.
Richtig ärgerlich ist allerdings, dass die originale Audiospur mit einer Videospur synchronisiert ist, die falsche Bilder, Standbilder oder allgemeine Aufnahmen des Festivals zeigt. Ein komplettes, echtes Videodokument von jenem Auftritt gibt es nicht; ergo ist diese DVD reine Augenwischerei. Das Konzert gibt es auch auf CD und – Nostalgiker, lasst euch gesagt sein – E.L.P. haben deutlich bessere Konzerte gegeben als ausgerechnet dieses. [sal: @]


Verweise auf diesen Artikel aus späteren Ausgaben:


Mike Oldfield "Live At Montreux 1981"

Artrock – Oldfield und Band, auf dem Jazzfestival in Montreux 1981
(DVD; Eagle Vision)

Ende der 1970er Jahre taute der introvertierte Mike Oldfield etwas auf und wagte sich erstmals mit einer echten Band auf ausgedehnte Tourneen. 1981, auf dem Höhepunkt seiner Popularität, wurde er sogar auf das legendäre Festival von Montreux eingeladen: Ein schöner Erfolg für den Studiotüftler. Bei dieser Gelegenheit entstanden die auf dieser DVD erstmals erhältlichen Aufnahmen von (unter anderem) "Tubular Bells", "Ommadawn", "Platinum" in z.T. radikal umarrangierten Versionen. Die etwas biederen (und manchmal unbeholfen gefilmten) TV-Aufnahmen sind sicher nicht so gut wie das aufwändig gefilmte Material der erst kürzlich erschienenen DVD "Exposed", dennoch ist "Live At Montreux 1981" eine echte Bereicherung in der Filmographie (und Diskographie) Oldfields und besticht durch herausragende Spielfreude und Musikalität. [sal: @@@@]


Verweise auf diesen Artikel aus späteren Ausgaben:


The Band From Utopia "A Tribute To The Music Of Frank Zappa"

Rock – Die ehemaligen Mitstreiter huldigen dem Meister (1994)
(DVD; TDK)

Ike Willis, Chad Wackerman, Tommy Mars, Bruce & Tom Fowler, Bobby Martin, Ed Mann und Arthur Barrow: Die Besetzung der Band From Utopia liest sich wie ein Who-is-who aller Zappa-Bands. Kompetenter kann eine Tribute-Band also kaum besetzt sein und doch ist der hier wiederveröffentlichte Mitschnitt (vom Stuttgarter Jazzopen im Juli 1994) eher durchschnittlich ausgefallen: Es fehlt das gewisse Etwas. Zum einen agiert die Band viel zu verbissen locker (sic!), zum anderen scheint mir auch das brave Stuttgarter Jazzpublikum nicht gerade das enthusiastischste zu sein – keine ideale Kombination für eine gelungene Live-DVD.
Wer extraordinäre Cover-Versionen von Zappa hören möchte, der sei auf das exzellente Album "Greggery Peccary & Other Persuasions" des Ensemble Modern verwiesen oder auf die kürzlich erschienene, sehr unterhaltsame Sammlung von jazzigen Arrangements der Ed Palermo Big Band "Take Your Clothes Off When You Dance". Auf der vorliegenden DVD wird man vor lauter Zappa-Prominenz eher wehmütig, dass die Band From Utopia nicht mehr aus sich und dem Publikum herausholen konnte. [sal: @@@]


@@@@@ - potentieller Meilenstein: Starlight
@@@@ - definitives Highlight: Highlight
@@@ - erfreuliche Delikatesse: Delight
@@ - solides Handwerk: Solidlight
@ - verzichtbarer Ausschuss: Nolight


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