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[ Inhalt ]Ausgabe #475 vom ..
Rubrik Kolumne

Curt Kirkwood "Snow"

Snow ist die Wüste oder das Leben mit all seinen Überraschungen, zurückgenommen und alterslos
(CD; Little Dog)

"Snow" von Curt Kirkwood ist im Moment bei mir sehr angesagt. Witzigerweise singt er meistens über Wüstenlandschaften. Das Cover mit dem Lama im Schnee hat er selber gemalt. Curt Kirkwood hatte in den 1980ern bis ca. Mitte der 90er mit seinem Bruder Cris die Meat Puppets – eine Band, die ich sehr mag. Ihr Debüt war abgedrehter Hardcore-Cowpunk, völlig irre zu dieser Zeit. Noch faszinierender fand ich ihre zweite Scheibe ("Meat Puppets II"), auf der erstmals zu hören war, dass die Jungs auch verdammt gute Musiker waren und sehr lasziven Country-Punk spielten. Trotzdem war es nie so, dass sie einen einzigen, bestimmten Stil hatten. Manchmal klangen sie auch wie eine Funk-Band oder wie ZZ Top ("Huevos").
Zweimal habe ich die Meat Puppets live gesehen, das erste Mal vor ca. 20 Jahren in einer riesigen Halle/Zeche im Ruhrpott. Auf das Konzert hatte ich mich damals wahnsinnig gefreut und einen Freund zum Mitgehen überredet, der die Band gar nicht kannte. Als wir dort ankamen, waren ca. dreißig Skater da, die mit ihren Boards in der Halle herumskateten. Als die Meat Puppets dann auf die Bühne kamen, war das für die meisten eher nebensächlich. Sie stöpselten ihre Instrumente ein, hatten aber einen lauten Feedbackton auf der PA und der Techniker konnte das leider auch nicht beheben. Also sagten sie sich: Wir spielen jetzt unsere Songs, doppelt so schnell und doppelt so laut! Was dann abging, war unbeschreiblich. Die Besucher flippten aus! Für mich war das einfach die volle Schau, und dann noch mit dieser Lockerheit! Immer noch eins der besten Konzerte für mich.
Als dann Anfang der 1990er der Urknall mit Nirvana kam (Grunge), wurden sie etwas bekannter, Kurt Cobain zählte zu ihren großen Fans, und Nirvana spielten auf "Unplugged" auch einige Songs der Meat Puppets. Pete Anderson, der Sidekick und Produzent von Dwight Yoakam, war und ist ebenfalls ein großer Fan und verschaffte ihnen einen Major Deal, soweit ich mich recht erinnere mit "Too High To Die" (1994): Eine unglaubliche Scheibe, in der die Meat Puppets in Frauenkleidern teilweise ländlichen Mountain-Soul spielten. Obwohl auch sie von diesem ganzen Drogenscheiß nicht verschont blieben, klangen sie teilweise wie Grateful Dead auf "American Beauty", etwas durchgeschossener, aber musikalisch sehr eigenständig.
Zu dieser Zeit habe ich sie noch mal live gesehen, da spielten sie in Stuttgart in einer Diskothek, eher nicht so groß, der Schuppen war völlig überfüllt, die Bühne nicht zu erkennen, und viele Besucher standen sogar auf dem Tresen! Den Anblick, als die Meat Puppets auf die Bühne gingen – naja, eher schlurften – werde ich nie vergessen: in Bermudashorts und Badeschlappen! Ich dachte, so könnte eine Band aus den legendären Fillmore-Zeiten ausgesehen haben! Anyway, sie spielten ca. drei Stunden alles von Country über Punk bis Bluegrass. Was für ein unglaubliches Konzert in diesem Dschungel!
Aber zurück zum eigentlichen Thema: Curt Kirkwood hat auf "Snow" genau das gemacht, was mir an den Meat Puppets schon immer am besten gefallen hat: eine Platte mit lakonischen, abgeklärten Akustiksongs. Sein alter Weggefährte Pete Anderson hat produziert und spielt diverse Gitarren. Was aber am besten ist: Die Scheibe klingt sehr einfach, fast 'rusty'. Besonders gefällt mir, wie Kirkwood singt. Alle Songs sind sehr slow! Akustische Musik in all ihren Facetten, Musik, die mich völlig entzückt. Curt Kirkwood nimmt sich alle Zeit für diese einfachen und zurückgenommenen Songs, die, je öfter ich sie höre, immer weiter und breiter werden. Die Lügen sind golden, das Leben eine Wüstenlandschaft. [ba: @@@@@]



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