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[ << | Inhalt | >> ]Ausgabe #398 vom 19.07.2004
Rubrik Feature

Sal's Prog Corner #37

Hier also die Prog Corner #37, nur eine Woche nach der #36 (wie bereits angedroht ;-)) Das nächste progressive Update erwartet den geneigten Leser dann im Spätsommer (oder so).
Für heute gilt erst einmal wie immer: Viel Spaß & keep on proggin'. [sal]


Moongarden "'Round Midnight"

New Artrock – Die italienischen Porcupine Tree
(CD; Galileo)

Wieder hat das Schweizer Label Galileo einer jungen, hoffnungsvollen Nachwuchsband eine Veröffentlichung ermöglicht: Die norditalienische Formation Moongarden stellt sich mit "'Round Midnight" dem internationalen Publikum vor, nachdem ihr Debütalbum "Brainstorm Of Emptyness" von 1995 weit zurückliegt und zu Unrecht vergessen wurde.
Moongarden spielen modernen 'New Artrock', mit Bezügen zu Bands wie Porcupine Tree, den neueren Marillion-Alben oder Archives "You All Look The Same To Me", insgesamt aber weniger depressiv und etwas melodiebetonter als zuletzt Porcupine Tree. Neben dem markanten Gesang von Luca Palleschi brilliert vor allem David Cremoni mit variablem Gitarrenspiel auf dem äußerst homogenen Konzeptalbum rund um eine fiktive Metropole. Fans von New Artrock werden sich an diesem Album kaum satthören können. [sal: @@@@]


Paatos "Kallocain"

Prog/Postrock – Melancholische Schweden
(CD; InsideOut)

Schon ihr Debüt "Timeloss" mochte ich, trotz einer etwas seltsamen Produktion, recht gerne und ich muss gestehen, dass ich nach dem Unterzeichnen des Vertrags bei InsideOut befürchtete, dass die Schweden von Paatos nun in seichtere, szenenkompatiblere Produktionen abdriften könnten. Glücklicherweise beweisen sie auf "Kallocain" (mir) das Gegenteil.
Paatos zelebrieren auf ihrem zweiten Album ihre Mischung aus melancholischem Prog (der so typisch für schwedischen Bands ist), Folk und leichten New-Artrock-Einflüssen, 'melancholic post-rock' nennen sie es selbst. Vor allem dem guten und sehr satten Mix von Porcupine-Tree-Boss Steve Wilson ist es zu verdanken, dass der Sound des Quintetts nun in seinem ganzen Klangspektrum zu hören ist. Auch Petronella Nettermalms Gesangsstil, der sich irgendwo zwischen Björk und Beth Gibbons bewegt, ist nun deutlich variabler und überzeugender. Alles in allem ein Album, nicht nur für Prog-Fans, im Gegenteil! Björk- und Beth Gibbons/ Portishead-Fans sollten Paatos unbedingt einmal ihr Gehör leihen. [sal: @@@@]


Verweise auf diesen Artikel aus späteren Ausgaben:


4/3 de Trio "Ersatz"

Prog meets Jazz (and more) – Epitaph für einen Drummer
(CD; Musea)

Der Anlass dieser Veröffentlichung ist traurig, denn eigentlich hatte sich die französische Band 4/3 de Trio bereits aufgelöst, als der plötzliche Tod des Drummers Didier Pégeron im Alter von nur 26 Jahren die Band veranlasste, das fast fertig gestellte zweite Album der Band nun doch als Nachlass zu veröffentlichen.
Eine kluge Entscheidung, denn über den traurigen Anlass hinaus bietet "Ersatz" eine Menge guter Musik, die nicht selten an Taal, die Shooting Stars der Szene, erinnert. Vor allem der Opener "Solmhinärm" ist eine ekstatische Tour-de-Force durch Rock, Jazz und Kammermusik und fast schon alleine das Geld wert. Ich will gar nicht verschweigen, dass man dem Album anhört, dass es nicht wirklich 'fertig' geworden ist, dass es hie und da noch ein wenig unausgewogen wirkt. So braucht man gewiss einige Durchläufe, um das Album in seiner Gesamtheit zu würdigen – eine Bereicherung für Fans von Bands wie Taal oder Isildurs Bane ist das Album aber mit Bestimmtheit. [sal: @@@]


Neal Morse "Testimony Live"

Prog – Das neue Testament, live
(2DVD; InsideOut)

Wie schon zu Zeiten mit Spock's Beard und Transatlantic nicht unüblich, präsentiert Neal Morse nun ein Live-Dokument zu seinem letztjährigen Studiooutput "Testimony". Waren es früher jedoch nur CDs, die man exklusiv auf der Band-Homepage ordern konnte, so glänzt Morse nun mit einer Live-Doppel-DVD seines christlichen Coming-Outs.
Bei satten 255 Minuten (und einem sehr professionell abgefilmten Live-Set) darf man dann über Sinn und Unsinn solcher Releases sinnieren, während Neal Morse, nicht immer tonsicher, jedoch wie immer charismatisch, sein Glaubensbekenntnis in etwas rockigerer Variante zum Besten gibt. Die drei Bonus-Tracks auf DVD#2 ("We All Need Some Light" und "Stranger In Your Soul" von Transatlantic und "The Light" von Spock's Beard) sind mehr als nur eine nette Dreingabe, was man vom Tour Documentary und der Foto Gallery nicht unbedingt sagen kann: Wer braucht schon Fotos von hässlichen Proggern?
Wer sich schon am christlichem Contenu der Studio-Variante nicht störte, wird wohl auch auf diese DVD nicht verzichten wollen. Von den Neal-Morse-losen Spock's Beard vergrämte Fans, werden in seligen Erinnerungen schwelgen können, wer einst diese Band so unanfechtbar zur Nummer Eins der Szene machte. [sal: @@@]


Verweise auf diesen Artikel aus späteren Ausgaben:


Ayreon "Universal Migrator Part I & II"

BombastProg – Wieder erhältlich
(2CD; InsideOut)

Infolge des Signings von Arjen Lucassen beim deutschen Prog-Label InsideOut, erscheint sein ambitioniertes Projekt "Universal Migrator" nun in einer Sonderausgabe als Doppel-CD mit den beiden Teilen "Part I: The Dream Sequencer" und "Part II: Flight Of The Migrator" wieder neu.
Wie alle Lucassen-Werke, besticht auch "Universal Migrator" durch eine ganze Heerschar von bekannten Gastmusikern, unter anderem Neal Morse (ex-Spock's Beard) und Bruce Dickinson (Iron Maiden). Interessant ist, dass sich Part I und II musikalisch deutlich voneinander unterscheiden: Derweil "The Dream Sequencer" eher ruhig und spacig ist (mit deutlichen Referenzen an Pink Floyd), geht es auf "Flight Of The Migrator" deutlich metal-lastiger zur Sache. Alles in allem eine runde Sache, perfekt produziert und inszeniert. Wer Bombast nicht scheut, der ist hier absolut richtig. [sal: @@@@]


Verweise auf diesen Artikel aus späteren Ausgaben:


@@@@@ - potentieller Meilenstein: Starlight
@@@@ - definitives Highlight: Highlight
@@@ - erfreuliche Delikatesse: Delight
@@ - solides Handwerk: Solidlight
@ - verzichtbarer Ausschuss: Nolight


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