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[ Inhalt ]Ausgabe #367 vom ..
Rubrik Neu erschienen

Smul Meier Band "Gesammelte Körbe"

Deutschrock – Meier positioniert sich erfolgreich zwischen Stones und Rio Reiser
(CD; Whyshy)

"Der Rock kommt nicht aus Deutschland, sondern aus den Hüften!" erklärt der smarte Sänger, Songschreiber und Bassist Smul Meier, wohnhaft im beschaulichen und ziemlich unrockigen Erlangen. Seit gut 40 Jahren hat der Mann mit der Nelke im Knopfloch seinen Rockstar-Traum fest im Visier und jetzt, nach etlichen Umwegen über lausige Altherren- und lustige Sponti-Bands legt er endlich ein richtig sauberes Album vor. Rock auf Deutsch, fest verwurzelt in den 60ern und 70ern und meilenweit entfernt vom Spex-Diskurs. Neben Smul Meier musizieren Veit Kutzer (Gitarre), Frank Joos (Schlagzeug, mit famos wuchtigem Bassdrum-Sound) und Nicolas Schmidt, der mit seinem warmen Fender-Rhodes-Piano erheblich zum organischen Gesamtsound beiträgt. Auch wenn die Platte noch kein durchgehend hohes Niveau hält, so gibt es doch einige große Würfe. Gleich der erste Song "Färb es schwarz" ist eine zartbittere Ballade mit perlendem Piano, schmissiger Melodie und einem gewitzten Stones-Verweis: "Was wir hatten, was wir waren/ es wird mir zu bunt/ färb es schwarz!". "Faule Paula" rockt ordentlich und bohrt sich schnell ins Hirn und mit "Tränen aus Gold" (entliehen von den Los Kunka Boys) schaut auch schon der erste Hit um die Ecke: Vages Latino-Flair, ein unwiderstehliches, durch Klarinette und Trompete veredeltes Gitarrenriff, ein fast schon schlagerhafter Refrain und ein Text, der sich durch seine schulbubenhafte Naivität jede Angriffsfläche nimmt.
Der größte Coup des Albums heißt "Mappenboy", ein fett groovender, lakonischer Abgesang auf Schönheitswahn und Karriere-Geilheit. Abgesehen von einigen überflüssigen Effekt-Spielereien, einer streckenweise zu dichten Produktion und einigen wenigen textlichen Plattheiten eine gelungene, herrlich unverkrampfte Platte, mit vielen verteufelt hartnäckigen Ohrwürmern! [pg: @@@]



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