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[ << | Inhalt | >> ]Ausgabe #314 vom 07.10.2002
Rubrik Feature

Sal's Prog Corner #23

Wie bereits angekündigt, widme ich mich weiter den Neuveröffentlichungen der letzten Monate, doch dieses Mal gilt mein Hauptaugenmerk den Nischen-Veröffentlichungen jenseits der hohen Stückzahlen. [sal]


Steve Howe "Homebrew 1 + 2"

Demo-Raritäten vom Yes-Gitarristen, nur für Fans –
(2CD; InsideOut)

Steve Howe ist seines Zeichens gefeierter Gitarrist der Prog-Institution Yes, ein Job, der ihn eigentlich ausfüllen müsste. Dennoch weist seine Solo-Diskographie mittlerweile eine beachtliche Anzahl ganz unterschiedlicher Veröffentlichungen auf.
Das vorliegende Re-Release der einst seperat veröffentlichten Demo-Alben "Homebrew" vereint die unterschiedlichsten Rohfassungen diverser Howe-Kompositionen, die z.T. später mit seinen Formationen Asia, GTR, Anderson Bruford Wakeman Howe und selbstverständlich Yes weiterentwickelt und veröffentlicht wurden.
Was für den beinharten Fan hochinteressant ist (ausführliche Linernotes erläutern jedes einzelne Stück), wird für den normalen Hörer schnell zur Geduldsprobe, denn die meisten Stücke sind eben tatsächlich nur Demo-Fassungen, klanglich gar nicht so übel, musikalisch jedoch bisweilen fragwürdig, v.a. wenn der gute Steve das macht, was er gar nicht gut kann, nämlich singen.
Fazit: Eine Fundgrube für Schatzgräber-Fans, für alle anderen durchaus überflüssig (deshalb auch keine Wertung). Es sollte durchaus Alben in der Diskographie Howes geben, die für ein breiteres Publikum gedacht sind. [sal]


Verweise auf diesen Artikel aus späteren Ausgaben:


Pierre Vervloesem "Grosso Modo"

Schräges von einem verrückter Belgier
(CD; Carbon 7)

Schon oft habe ich an dieser Stelle von meinem belgischen Lieblingslabel Carbon 7 berichtet, die mit stets innovativen und interessanten Releases die Musikwelt um Absurditäten, Verrücktheiten und Absonderlichkeiten bereichern.
Der Gitarrist Pierre Vervloesem bietet auf seinem Album "Grosso Modo" einmal mehr eine bizarre, ironische, bitterböse Abrechnung sowohl mit der großen, weiten Welt ("Amazing Grease", "Olympic Troubles"), als auch der kleinen, spießbürgerlichen Welt ("Hairdressers Go Home"). Die Musik ist virtuos-dilettantisch, laut, schräg, böse, furios, schrill und fernab der radiotauglichen Klischees. Man tut Vervloesem und seinen Mitstreitern bestimmt kein Unrecht an, wenn man Frank Zappa als ihren geistigen Übervater bezeichnet.
Ich bin sicher, dass die allermeisten mit diesem Album nichts anfangen werden können; für all jene, die die Frage "Does humor belong to music" mit "Ja" beantworten, ist Vervloesems "Grosso Modo" eine große Sache. [sal: @@@@]


Verweise auf diesen Artikel aus späteren Ausgaben:


Ines Project "Slipping Into The Unknown"

Feiner Prog-Geheimtipp aus deutschen Landen
(CD; Tempus Fugit)

In der deutschen Szene ist Ines Fuchs eine alte Bekannte, die sich mit ihrem Projekt (das neuerdings auch als 'Project' firmiert, anders als auf den Vorgänger-Alben) zu einer stillen Konstanten entwickelt hat. Ihre charmante Mischung aus Progressive-Rock-Elementen der 70er und 80er Jahre, traf den Geschmack der Szene, ohne wirklich spektakulär zu sein.
Einen Schritt weiter geht die Keyboarderin mit ihren Mitstreitern vom Ines Project auf dem neuen Album "Slipping Into The Unknown", denn anders als die Vorgänger, die mir stets einen Tick zu 'brav' waren, präsentiert sie nun ein Feuerwerk unterschiedlichster Stimmungen in wundervoll instrumentierten Songs, mit Texten voller Anspielungen auf die Klassiker und auf die eigene Geschichte. Chicco Grosso, ex-Sänger der deutsch-italienischen Formation Asgard trägt mit seiner sensiblen Stimme viel zu dieser rundum gelungenen Scheibe bei. [sal: @@@]


Verweise auf diesen Artikel aus späteren Ausgaben:


The Styrenes "Terry Riley In C"

Terry Riley goes Prog
(CD; Enja Nova)

Terry Rileys "In C" ist eine der wenigen Kompositionen der neuen Musik, die einen gewissen Bekanntheitsgrad besitzt, trotz oder wegen der gleichförmigen, wenig abwechslungsreichen Form. Zahllose Interpretationen bis hin zur Interpretation eines chinesischen Folklore-Orchesters gibt es schon, alle mit ihrem ganz eigenen Charakter, alle mit einer gewissen künstlerischen Berechtigung.
Die 7-köpfige Formation The Styrenes knöpft sich Terry Rileys Kultstück nun zum 25. Jahrestag der Uraufführung vor und schickt es durch den Verstärker und den Verzerrer – das Ergebnis ist ein Stück erstaunlicher (Minimal-)Musik: kantig und laut, elektrisch, hypnotisch, pulsierend und progressiv. Rileys offene Komposition kommt der Band entgegen, bietet sie doch den ausführenden Musikern ein Maximum an künstlerischer Freiheit in der Interpretation. Diese geschmackvolle, angemessene und sehr inspirierte Rockfassung beweist, dass große Musik durchaus auch verschiedenste Lesarten zulässt. [sal: @@@@@]


Verweise auf diesen Artikel aus späteren Ausgaben:


California Guitar Trio "CG 3+2"

Akustisch-elektrisches Feuerwerk der Musikalität
(CD; InsideOut)

Längst ist das California Guitar Trio unter Musikliebhabern kein Geheimtipp mehr: Das amerikanisch-belgisch-japanische Trio vereint Virtuosität mit Spielwitz, Humor und Unbefangenheit, wie wohl keine weitere akustische Formation in der Szene. Ihre Interpretationen von Klassikern sind stets respektvoll und doch augenzwinkernd (etwa der Yes-Klassiker "Heart Of The Sunrise"), so auch auf ihrem neuesten Album "CG 3+2", auf dem sie sich Verstärkung in Form von Tony Levin (b; Peter Gabriel, ex-King Crimson) und Pat Mastelotto (dr; King Crimson) geholt haben.
Das Trio versteht es die konventionellen Grenzen der Musik zu hinterfragen und aufzulösen. Für sie zählt nur die Musik, ganz gleich, ob sie aus eigener Feder oder von eben Yes, King Crimson, Bach, Beethoven oder Pärt stammt. So schaffen die drei Virtuosen etwas, was heute nicht mehr selbstverständlich ist: Sie öffnen mit ihrer Musik Türen, die dem Hörer sonst vielleicht verschlossen bleiben würden. [sal: @@@@]


Verweise auf diesen Artikel aus späteren Ausgaben:


@@@@@ - potentieller Meilenstein: Starlight
@@@@ - definitives Highlight: Highlight
@@@ - erfreuliche Delikatesse: Delight
@@ - solides Handwerk: Solidlight
@ - verzichtbarer Ausschuss: Nolight


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