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[ Inhalt ]Ausgabe #294 vom ..
Rubrik Feature

Hard'n'Dark #4

Aus der Veröffentlichungsflut der Hartwurst-Fraktion habe ich versucht quer durch den Stil-Garten ein paar aktuelle Highlight raus zu ziehen. Sind zwar fast alles alte Hasen, aber auch die Newcomer bekommen ihren Lindwurm ab. [dmm]


Dream Evil "Dragonslayer"

Melodic-Metal – Bringt mir ein Schwert, ich sehe einen Drachen
(CD; Century Media)

Ohren auf für all die, die tief vergraben in ihrem musikalischen Kulturbeutel noch ein bisschen Metal versteckt haben. Verschämt zieht man es dann und wann raus, huldigt den alten Heroen und fragt sich ein bisschen zweifelnd, warum man Iron Maiden eigentlich so gut fand. Während die meisten aktuellen Bands dieser Couleur selbst den Nostalgikern nur ein müdes Grinsen entlocken, hauen Dream Evil mit ihrem Debüt ordentlich auf den Putz. Klar gehören Textzeilen wie "In the chase of the dragon I sacrifice my blood" eigentlich verboten, aber was haben die Jungs für griffige Melodien! Der Titelsong, die Ballade "Losing You" und der Abschlusstitel "Hail To The King" donnern in die Trommelfelle und wollen nicht mehr aus den Ohren gehen. Und so gestehe ich unter Outing-Schmerzen, dass ich dieses Teil richtig klasse finde. [dmm: @@@]


Empyrium "Weiland"

Düster-Folk – Wenn Trolle weinen
(CD, LP; Prophecy)

Puh, ganz schön starker Tobak, den Empyrium dem Hörer zumuten. War der Vorgänger "Where At Night The Wood Grouse Plays" der Eintritt in einen düsteren Wald, der dich in atmosphärischer Dunkelheit gefangen hält, ist das neue Album vielschichtiger angelegt. Konnte man "Where At Night..." eher den Vorwurf machen, dass zu wenig passiert, passiert hier fast zu viel. Klassische Männerstimmen treffen auf geflüsterte Verzweiflung, auf schöne Instrumentalpassagen und schräge Klänge. "Weiland" lullt auf jeden Fall nicht mehr so sanft ein wie der Vorgänger und muss noch konzentrierter gehört werden. Auch wenn das Abschluss-Opus ein wenig überladen ist, sind Empyrium in Sachen mystischem Düster-Folk immer noch eine Entdeckung wert. [dmm: @@@]


My Dying Bride "The Voice Of The Wretched"

Dark-Metal... und zwar richtig dark
(CD; Peaceville)

Inzwischen haben die Briten eine ganz ansehnliche Anzahl Alben vorzuweisen, auf denen sich die brachialen Anfangssounds immer mehr in atmosphärische und anspruchsvolle Düstermusik gewandelt haben. Auf dem vorliegenden Rundling wird genauso verzweifelt gelitten, verhasst geschrien und atmosphärisch musiziert wie auf den Studioalben. Die Band tappert durch zehn düstere Highlights und setzt das Studiomaterial auch live mehr als ansehnlich um. Es fehlen zwar die Überraschungen, aber "The Voice Of The Wretched" ist intensiv wie nix. [dmm: @@@]


Rage "Unity"

Hard-Rock – Leider den Vorgänger nicht getoppt
(CD, LP; Steamhammer)

Der mätzchenfreie Hardrock von "Welcome To The Other Side" (2001) hat Peavy Wagner wahrscheinlich schnell die Querelen mit der alten Bandbesetzung vergessen lassen. "Unity" ist nicht wirklich schlechter als der Vorgänger, wirkt aber nicht ganz so homogen und befreit wie "Welcome To The Other Side". Trotzdem gehören Rage, speziell in der neuen Besetzung, zu den wenigen deutschen Bands, die klassischen Hardrock zocken können, ohne veraltet oder klischeebeladen zu klingen. Anzuchecken beim Opener "All I Want" und "Down". [dmm: @@@]


Sentenced "The Cold White Light"

Düster-Metal – Immer noch eine Lehrstunde für HIM
(CD, LP; Century Media)

Die düsteren Finnen haben auf ihrem sechsten Album ihren Sound weiter perfektioniert. Die Trademarks sind erhalten geblieben, aber "The Cold White Light" klingt erstaunlich entschlackt und akustisch. Immer noch brachial und immer noch gewaltig, aber das neue Sentenced-Album funktioniert auch bei kleiner Lautstärke und lässt Raum für Zwischentöne. Für alle "Die Hard"-Fans wahrscheinlich etwas gewöhnungsbedürftig, für Hobby-Dunkelmänner 1A Kost. [dmm: @@@@]



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