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[ Inhalt ]Ausgabe #284 vom ..
Rubrik Feature

Giuseppe Verdi "Un ballo in maschera"

Verdis Maskenball als Parabel des kriegerischen Italiens –
(2CD; Naxos Historical)

Die mitten in den Wirren des zweiten Weltkriegs entstandenen Aufnahmen zu Verdis "Un ballo in maschera" (Ein Maskenball), könnten leicht mit ihrer Verschwörungs-, Rache- und Eifersuchtsthematik als Spiegelbild der bröckelnden faschistischen Macht und der ambivalenten Beziehung zum Verbündeten, dem nationalsozialistischen Deutschland gedeutet werden. Ausgerechnet der engste Vertraute wird zum Mörder des Königs, so wie man mit gewisser Berechtigung behaupten könnte, dass die fatale Verstrickung in nationalsozialistische Machtgelüste zum schnellen Verfall der ohnehin schon brüchigen faschistischen Souveränität beigetragen hat. So gesehen muss man die 43er Aufnahme des Maskenball unter Tullio Serafin mit Orchester und Chor der Oper Rom gewissermaßen als Ehrenrettung des Faschismus sehen, nicht als seine moralische Demontage.
Doch fernab der zweifelhaften politischen Aussage, ist die vorliegende Aufnahme freilich eine Interpretation allerhöchsten Ranges, alleine schon wegen eines blendend aufgelegten Beniamino Gigli, der sich unüberhörbar stark mit der Rolle des leidenschaftlichen, letzten Endes aber moralisch integeren Prinzipals identifiziert und diesen pathetisch, wenn auch für heutigen Ohren eindeutig 'altmodisch' vorträgt. Wie so oft in der historischen Diskografie hat Toscaninis Aufnahme (1940 an der New Yorker MET mit Jussi Björling) als mindestens ebenbürtig zu gelten, dennoch ist diese Aufnahme, nicht zuletzt wegen ihres vorzüglichen Klangs und der unglaublich detailreichen Restaurierung, eine echte Empfehlung für den historischen Opernentdecker, für Freunde von Verdis Opern sowieso. [sal: @@@@@]



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