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[ Inhalt ]Ausgabe #284 vom ..
Rubrik Feature

Giuseppe Verdi "Requiem"

Verdis Trauer und Europas Grauen – Meisterwerk und Zeitgeschichte
(CD; Naxos Historical)

Am Vorabend des 2. Weltkrieges, im August 1939, nahmen das Orchester und der Chor der Oper in Rom unter Tullio Serafin Verdis Requiem auf. Zweifelsohne kein Zufall im Repertoire, sondern ein Statement zur Vergänglichkeit des Menschen und, so erscheint es uns heute, ein grausam-visionärer Vorgriff auf die Ereignisse, die Europa bald schon in Schutt und Asche legen sollten.
Erstaunlich, wie provokant politisch angepasste Künstler wie Beniamino Gigli, Maria Caniglia, Ebe Stignani und Ezio Pinza (und natürlich die faschistische Oper par excellence, die römische Oper) in jenen Tagen schon zu sein wagten, sei es, weil sie sich der Unausweichlichkeit des herannahenden Krieges fügten, sei es, weil das faschistische Italien schon vor Beginn des Krieges deutlich an Unterstützung seitens der Bevölkerung, der intellektuellen Avantgarde und der Künstler verloren hatte.
Verdis Requiem kann man sich auf jeden Fall kaum kraftvoller, emphatischer, verzweifelter vorstellen, als in dieser Aufnahme. Gigli und seinen Mitstreitern gelingt der problematische Spagat zwischen der opernhaften Anlage des Werkes und dem tief-religiösen Inhalt: Der Schwerpunkt liegt so deutlich auf dem Ausdruck des Tragischen, dass man sich heute kaum vorstellen kann, eine Aufnahme mit dieser Grundstimmung zu machen. Fast so, als ob der Tod seinerzeit grausamer gewesen sei, als heute, fast so, als ob die Trauer, die bald schon über Europa hereinbrechen sollte, in dieser Aufnahme gebündelt und verstärkt ihren vorweggenommenen Ausdruck gefunden hätte. Eine schlichtweg überwältigende Aufnahme. [sal: @@@@@]



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