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[ << | Inhalt | >> ]Ausgabe #272 vom 03.12.2001
Rubrik Feature

Sal's Prog Corner #16

In der letzten Ausgabe der Prog Corner in diesem Jahr 2001 kommen heute noch einmal ein paar alte Hasen zum Zuge: King Crimson und der ex-Genesis Gitarrist Steve Hackett. Dazu gesellt sich das superbe Debüt eines jungen amerikanischen Multiinstrumentalisten, das schon 1999 auf meiner Bestenliste war, doch das erst jetzt mit Quixote ein Label gefunden hat: Lou Maxwell Taylors "Cheshire Tree Suite", glücklicherweise mit einem ordentlichen Vertrieb, so dass diese Perle in jedem Laden zu bestellen sein sollte. [sal]


King Crimson "Vrooom Vrooom"

Und noch ein Live-Album der Crimsos -
(2CD; Discipline Global Mobile)

Kaum zu glauben, dass es bis weit in die neunziger Jahre praktisch keine Live-Aufnahmen von diesem musikalischem Chamäleon schlechthin gab (zwei schnoddrige Live-Alben aus den 70ern ausgenommen, die bis dato noch nicht adäquat ergänzt und remastered auf CD veröffentlicht wurden); heuer gibt es eine ganze Reihe von Live-Alben, Live-Doppel- und Triple-Alben, nahezu jede (Live-)Inkarnation der Band um Mastermind Robert Fripp ist nun hinlänglich dokumentiert.
Das sogenannte Doppel-Trio (zwei Drummer, zwei Basser, zwei Gitarristen) formierte sich 1994 und löste sich 1997 auf. Vorausgegangen waren zwei Jahre intensiver Live-Präsenz, die nun auf der Doppel-CD "Vrooom Vrooom" dokumentiert ist. CD#1 präsentiert King Crimson 1996 live in Mexico, CD#2 1995 live in New York City, beide Male in absoluter Hochform. Der druckvolle Sound dieser Bandkonstellation wird eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Die Musiker agieren auf höchstem Niveau und das rhythmische, komplexe und sehr eigene Spiel der Band wird besonders deutlich.
Die Setlists legen den Schwerpunkt auf das einzige Studioalbum dieser Inkarnation ("Thrak", 1994), ergänzt durch einen großen Anteil von Stücken des 80er Jahre Crimson-Tryptichons ("Discipline" 1981, "Beat" 1982 und "Three Of A Perfect Pair" 1984), abgerundet durch ein paar 70er-Jahre Klassiker (das legendäre "21st Century Schizoid Man" in einer geradezu frenetischen Version). Feinste Ware also, da stört es auch nicht, dass es sich gewissermaßen um recycletes Material handelt, das im Web, bzw. als Fan Club-Release den Die-Hard-Freaks schon länger zugänglich ist. Dem normalen Musikliebhaber bietet sich mit "Vrooom Vrooom" nun die Möglichkeit, dieses faszinierende Live-Kapitel der Bandgeschichte zu entdecken. [sal: @@@@]


Verweise auf diesen Artikel aus späteren Ausgaben:


Steve Hackett "Live Archive 70, 80, 90s"

Live-Raritäten aus dem Archiv
(4CD; InsideOut)

Spätestens als der Gitarrist Steve Hackett Genesis verließ, veränderte sich der Sound der Prog-Ikonen irreversibel in Richtung Mainstream. Hacketts Solo-Karriere verlief freilich meistens im Schatten der großen Band, immerhin brachte er es zu einigen respektablen (und leider auch zu einigen peinlichen) Solo-Alben.
Mit "Live Archive" spannt Hackett einen Bogen von den Anfängen seiner Solo-Karriere (CD1 & 2, Live in London 1979), über seine legendären Auftritte in Italien (CD3, live in Rom 1981) bis hin zu den 90ern (CD4, live in London 1993) und bietet eine Rückschau auf drei Dekaden seiner Solo-Karriere. Die Box unterstreicht seine Ausnahmestellung als Musiker auf ganz unterschiedlichen Gebieten, sei es als akustischer, manchmal gar klassischer Gitarrist, als Artrock-Pionier mit stilprägender Wirkung für Generationen von Gitarristen bis hin zum versierten Fusion-Gitarrero. Unverzichtbar für den Fan und ein guter Einstieg für den Neugierigen. [sal: @@@]


Verweise auf diesen Artikel aus späteren Ausgaben:


Lou Maxwell Taylor "Cheshire Tree Suite"

Ein ganz besonderes Album
(CD; Quixote)

Musik kann – ganz selten – wahrhaft magische Momente für den Hörer bedeuten. Als Rezensent jagt man immer ein wenig diesem vielleicht etwas romantischem Ideal hinterher. In Wirklichkeit landet im CD-Player viel Gutes, noch mehr Mäßiges, aber nur in den seltensten Fällen entdeckt man ein kleines Meisterwerk, das einen über Jahre hinweg begleitet.
1999 fand ich eine hübsch verpackte CD-R in meiner Post. So ungewöhnlich ist das nicht, doch als ich sie auflegte, wollte ich meinen Ohren kaum trauen: Die Musik nahm mich sofort gefangen, entführte mich, verzauberte mich regelrecht. Es sollte weitere zwei Jahre dauern, bis das Album ein Label finden sollte.
Dieses Album zu beschreiben, ist freilich nicht so leicht. Taylors Musik lässt sich nicht in gängige Schemata pressen: Die Musik ist bisweilen folkig, melancholisch, dann wieder elektronisch, rhythmisch, mystisch und obskur, ironisch. Ein wenig wie Peter Hammill, Peter Gabriel, Jethro Tull und Emerson, Lake & Palmer plus Weltmusik plus tausend andere Einflüsse. Interessant ist hierbei die Instrumentierung, die mit einer ganzen Reihe exotischer Instrumente aufwartet. Doch Taylors Zauber ist eng mit seiner Stimme, seiner Art zu singen und nicht zuletzt seinen Texten verbunden. Seine warme, sonore Stimme erzählt Geschichten aus einer anderen Welt und aus der zynischen Realität – scharfsinnig, poetisch, voll Wortwitz und doch manchmal mit ergreifender Schlichtheit. Kein Album, das man nur beiläufig hören könnte, sondern eines, bei dem man gerne zuhört. [sal: @@@@@]


Verweise auf diesen Artikel aus späteren Ausgaben:


@@@@@ - potentieller Meilenstein: Starlight
@@@@ - definitives Highlight: Highlight
@@@ - erfreuliche Delikatesse: Delight
@@ - solides Handwerk: Solidlight
@ - verzichtbarer Ausschuss: Nolight


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