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[ << | Inhalt | >> ]Ausgabe #236 vom 05.03.2001
Rubrik Feature

Hard'n'Dark #1

Hard'n'Dark – ein eisenhartes Special mit ewigen Talenten, gekonnt Entwendetem und einem Pflichtkauf. [dmm]


Century "Melancholia"

Dark-Pop – Stereotyp und trotzdem schön
(CD; Drakkar)

Es gibt einige Gründe "Melancholia" gruselig zu finden. Camouflage + dark + hart geteilt durch Ultravox = Century. Die fünf Mannen stecken knietief in den 80ern und sind damit schon fast indiskutabel. Normalerweise wäre jetzt ein lustvoller Verriss an der Reihe, aber was ist schon normal? Im Vorprogramm von Paradise Lost haben sie sich 1999 in Offenbach den Arsch abgespielt und sich seitdem auch hörbar weiterentwickelt. Sänger Michael Rohr klingt jetzt nicht mehr, als würde er den Ton nicht so 100%ig treffen und wechselt angenehm zwischen düster und einschmeichelnd. Ich drücke also beide Augen zu und finde "Melancholia" wider besseren Wissens einfach gut. [dmm: @@]


Love Like Blood "Chronology Of A Love Affair"

Dark Pop – Grummel, grummel, die Welt ist schlecht
(CD; Hall Of Sermon)

Die deutschen Gruft-Popper Love Like Blood haben sich 16 düstere Klassiker vorgeknöpft und nehmen den Hörer mit auf eine 20-jährige Gothic-Reise. Dabei gehen sie sehr behutsam zu Werk und schlachten keine heiligen Kühe. Unterteilt in Fünf-Jahres-Schritten entsteht so ein interessanter Blick in den Rückspiegel. Die Cover der neueren Songs sind ein bisschen überflüssig, weil die Originale noch zu gut im Ohr sind (z.B. von Type O Negative oder Marilyn Manson), aber gerade die älteren Stücke glänzen. "Decades" von Joy Division oder "Wasteland" von The Mission waren und sind brillante Songs. Für Neugrufties und Nostalgiker absolut empfehlenswert. [dmm: @@@]


Madder Mortem "All Flesh Is Grass"

Dark-Metal – Kreativ und apokalyptisch
(CD; Century Media)

Zum Glück war das Album-Cover nicht abstoßend genug, um mich vom Hören der CD abzuhalten. Meine Bedenken wurden genährt von der Tatsache, dass die meisten Dark-Metal-Bands die Originalität eines schlechten Horrorfilms haben: Leichenfledderei, verzerrte Fratzen und das ganze lächerliche Brimborium. Anders die norwegische Band Madder Mortem. Das Quintett setzt auf Atmosphäre, auf bedrohliche Untertöne, die sich nicht entfalten dürfen und ein mysteriöses Unwohlsein unter die Haut pflanzen. Dafür werden weder die Gitarren gedroschen, noch heftig rumgeschrien. Sängerin Agnete Kirkevaag bewegt sich zwischen mystischer Folklore und Klassik und wird dabei von einer famosen Band unterstützt. Madder Mortem bauen vielschichtige Klangbilder mit außergewöhnlichen Harmonien und verschachtelten Songstrukturen. Also, Vorurteile über Bord: Wer jemals in seinem Leben auf düsteren Metal stand, sollte sich "All Flesh Is Grass" anhören. [dmm: @@@@]


Narnia "Desert Land"

Flitzefinger-Metal
(CD; Nuclear Blast)

Als die fünf Schweden 1998 ihr Debüt "The Awakening" veröffentlichten, konnte man zurecht aufhorchen. Der Gitarrist Carljohann Grimmark war damals blutjung und hatte hörbar und sehr gekonnt die großen Meister studiert. Trotz des etwas gediegenen Songmaterials war ein riesiges Potenzial zu erkennen, das auf Entfaltung wartet. Bei ihrem aktuellen Album kommen mir langsam Zweifel, ob sich hier noch was entfaltet. Deutlich härter, spieltechnisch immer noch brillant, aber kompositorisch blass. Dazu sind zwei der neuen Songs Instrumentals, die Grimmarks Klasse zeigen, aber halt das typische Saitengehexe für Wunderkinder bleiben. Spannend wie Schnecken fangen. [dmm: @]


@@@@@ - potentieller Meilenstein: Starlight
@@@@ - definitives Highlight: Highlight
@@@ - erfreuliche Delikatesse: Delight
@@ - solides Handwerk: Solidlight
@ - verzichtbarer Ausschuss: Nolight


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