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[ << | Inhalt | >> ]Ausgabe #232 vom 05.02.2001
Rubrik Feature

Sal's Prog Corner #8

Gemeinhin neigen wir dazu, uns als (musikalischen) Nabel der Welt zu betrachten oder (was noch viel schlimmer ist) diesen Lorbeer den Amerikanern zu überlassen. Das ist beim Prog nicht anders als in anderen Genres. Hand auf's Herz: Was verbindet der geneigte Leser im Zusammenhang mit Rockmusik aus "exotischen" Ländern wie Russland und der (italienischen) Schweiz? Ein versiertes E-Balalaika-Ensemble vielleicht? Vico Torriani auf Speed? Boris und die berauschten Jelzins? Tessiner Headbangerbuam? Zwei interessante Wiederveröffentlichungen aus Russland (Ole Lukkoye) und der italienischen Schweiz (Rumple Stiltzken Comune) könnten da helfen, einige Vorurteile ad absurdum zu führen und ein paar Bildungslücken zu schließen. [sal]


Ole Lukkoye "Doo-Doo-Doo (Or Remedy For A Dwarf)"

Psychedelisch, innovativ, universal, russisch
(CD; Klangbad)

Hierzulande gilt die St. Petersburger Formation Ole Lukkoye nach einigen spektakulären Auftritten längst als Geheimtipp. Ihre faszinierende Mischung aus Ethno, New Age, psychedelischem Artrock und tuvarischen Gesängen ist so ziemlich das Ausgeflippteste, was ich seit langem gehört habe. Ihr drittes Album "Doo-Doo-Doo" wurde heuer vom Krautrock-Label Klangbad wieder veröffentlicht.
Treibende, moderne Beats (Drum'n'Bass!) und irrsinniger, hypnotischer Gesang (oft jener gutturale Oberton-Gesang, der als das Erkennungszeichen der Tuvaren gilt), Keyboardsounds und eine psychedelische Gitarre mit deutlichen Anleihen an die Art-Rocker der 70er – all das und viel mehr findet sich auf dieser exquisiten Scheibe, die ebenso exotisch wie universal ist, die vor allem aber Zeugnis für das unglaubliche kreative Potential Russlands ist, fernab aller billigen Klischees und schaler Anbiederung an den Westen.
Wenn man dieses Jahr vorhat, sich nur eine CD zu kaufen, bei der man absolut nicht weiß, was einen erwartet, dann sollte es diese sein. Just listen... [sal: @@@@]


Verweise auf diesen Artikel aus späteren Ausgaben:


Rumple Stiltzken Comune "Wrong From The Beginning"

Psychedelische Hippie-Musik aus den 70ern
(CD; Blackrills)

Das Schweizer Label Black Rills hat sich einen Namen mit der Wiederveröffentlichung vergessener Schätze aus dem Alpenland gemacht. Jüngste Ausgrabung ist das 77er Album "Wrong From The Beginning" der Tessiner Rumple Stiltzken Comune.
Musikalisch irgendwo zwischen den Italo-Prog-Helden PFM und den frühen Van Der Graaf Generator, spiegelt die Scheibe den damaligen Zeitgeist wieder – die Nachwehen der Hippie-Ära dauerten eben abseits des Zentrums deutlich länger.
Die monophonen Synthies feiern ein Deja-Vu, die Texte sind kryptisch-sinnlos, der Rest bis zum Verdacht berauschender Hilfsmittel psychedelisch, doch zusammen klingt das so interessant, so intensiv und so echt, dass man heute, ein Vierteljahrhundert später, sich gerne auf diese Zeitreise, pardon auf diesen Trip begibt. Ziemlich abgespacet hätte man damals gesagt, und doch birgt diese Musik mehr Experimentierfreude in sich, als manch eine Avantgarde-Scheibe heute. Ein echter Geheimtipp. [sal: @@@]


@@@@@ - potentieller Meilenstein: Starlight
@@@@ - definitives Highlight: Highlight
@@@ - erfreuliche Delikatesse: Delight
@@ - solides Handwerk: Solidlight
@ - verzichtbarer Ausschuss: Nolight


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