Hinweis: Ihr Browser unterstützt nicht alle grundlegenden Web-Standards, und deshalb sehen Sie diesen Hinweis und das Layout nur in Auszügen. Bitte verwenden Sie einen aktuelleren Browser.

Keine Anzeige
LogoSeit 1996: Aktuell und unabhängig!

[ Inhalt ]Ausgabe #173 vom ..
Rubrik Live - Musik spüren

October Jazz Special, 28.-31.10.1999, Neuburg/Donau

Das Birdland im malerischen Neuburg a.d. Donau zählt mittlerweile zu den ersten bayerischen Adressen in Sachen Live-Jazz. Bei nicht ganz billigem (aber preiswertem) Eintritt kann man hier internationale Top-Acts in Club-Atmosphäre erleben. So auch bei den vier October-Special-Konzerten an diesem verlängerten Wochenende. Von zweien kann ich berichten.
Zunächst am Donnerstag das Dave Holland Quintet in genau der Besetzung der aktuellen CD "Prime Directive". Meine durch die CD hoch gesteckten Erwartungen wurden leider nicht ganz erfüllt. Zu sehr standen beim Konzert komplexe Strukturen in Komposition und Improvisation im Vorder-, melodiöse Aspekte im Hintergrund. Dazu kamen undurchsichtiger Sound und leicht überhöhte Lautstärke. Das änderte sich, als am Ende des ersten Sets die Anlage in Rauch aufging. Im zweiten Set deshalb neue, ruhigere Stücke. Für die Zuhörer angenehmer, für die Musiker anstrengender... keine Zugabe. Was positiv in Erinnerung bleibt: natürlich Dave Holland... und Drummer Billy Kilson, der die Funken sprühen ließ.
Das gilt auch für den Schlagzeuger am zweiten Abend: Billy Hart im Quartett des Pianisten Marc Copland. Die Band hatte sich wohl erst kurz vor dem Auftritt wieder getroffen, vieles wurde auf der Bühne per Zuruf geregelt. Aber dennoch: Modern Jazz at its best. Copland, Hart und Bassist Ed Howard kennen sich noch aus gemeinsamen Tagen in Washington, D.C. Da ist viel Raum für augenzwinkernde Interaktion. Gefeatured wurde Bob Berg am Tenorsaxophon. Wohl noch vom Jet Lag gezeichnet, war er in seinen Spielpausen zu müde zum Stehen. Ganz anders, wenn er zum Horn griff und lange mitreißende Solos spielte. Er hat alle Modernismen seines Instruments drauf und spielt dennoch melodiös und in der Tradition verwurzelt. Ein echter Tenor-Gigant unserer Tage. Er allein war schon "die Reise wert". [sg]


Permalink: http://schallplattenmann.de/a104265


(cc) 1996-2016 Einige Rechte vorbehalten. Dieses Werk ist unter einem Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung Lizenzvertrag lizenziert. Um die Lizenz anzusehen, gehen Sie bitte zu http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de/.

http://schallplattenmann.de/artikel.html
Sprung zum Beginn der Seite

Suche im Archiv

Suche bei Amazon.de